Montag, 30. Dezember 2013

Weihnachten ist..

..wenn ich in kurzärmeligem Hemd und Dreiviertelhose zur Arbeit radeln kann.

Endlich Sommer, mensch darauf habe ich doch so lange gewartet! War schon ein harter Winter dieses Jahr..

Letzte Woche erst habe ich mich inbrünstig an die Renovierung meines Snowboards gemacht (die feinen Wachslöcklein die dabei engelsgleich zu Boden gesegelt waren bedecken jetzt noch den Flur und bescheren jedem eine Freude, der sockig daran kleben bleibt), das aus vorigem Winter einige Souveniers mitgenommen hatte. Zumindest glaube ich, dass es nicht unbedingt Sinn der Sache ist, von der Unterseite aus betrachtet, den von der Helligkeit der Sonne farbig leuchtenden Lack hindurchschimmern sehen zu können. Da ich aber nunmal ein regelrechter Pistenmeider bin – kleine Skianfängerkinder die es in künstlerisch-kreativer Weise schaffen immer und überall auf jedem Quradratmillimeter der vereisten Piste gleichzeitig die Abfahrt zu verbarrikadieren finde ich spitze! – lohnt es sich meiner Ansicht nach nicht, mir ein unversehrtes neues Brett anzuschaffen, wo ich doch außerdem die Kraterlandschaft, welches meinen aktuellen Untersatz verziehrt, so liebgewonnen habe.

Jedenfalls schwang ich mich the day after Tomorrow the Renovierung zusammen mit drei weiteren Schneeverehrern in die rollende Blechkutsche, um bei solch niedriger Schneefallgrenze, den sagenhaften Neuschneemengen und den sowieso ach wie herrlichen Schneeverhältnissen die Österreicher besuchen zu gehen.

Nachdem unsere Bretter an jenem Tag prozentual gesehen mehr Grasbüschel als Schneeflocken gefressen hatten, besagter „Schnee“ uns unter den Füßen davonzuschmelzen begann und wir aufgrund der brutalen Kälte (+14°C) pro Abfahrt je ein Kleidungsstück von unseren Leibern verabschiedeten, einigten wir uns einstimmig darauf, beim nächsten Mal von vornherein wieder das Surfbrett einzupacken.

..und übrigens:
Snowboarden - zwischen knospenwerfenden Kirschbäumen und mit fließendem Übergang zum Wakeboarden, genial!


Rhapsody - Rage of the Winter

Freitag, 29. November 2013

Bis ich dann damit begonnen hab..

..mit Messer und Gabel Wortfetzen in´s Butterbrot zu kratzen, was mir dadurch auffiel, dass der Porzellanteller aus Großmutters Sammlerstücken unter dem ungewohnten Druck zerbarst.

Drei gnadenlose Wochen lagen hinter mir, in welchen ich im Grunde genommen die Bedeutung des Wortes "Freizeit" eigentlich nur noch aus den spärlich vorhandenen vaagen Erinnerungen kannte. Tage, die aus Schlafen - Frühschicht - Lernen/Hausarbeit Schreiben* - Spätschicht - Lernen/Hausarbeit Schreiben* - Schlafen und dem permanenten in-den-Mund-Stopfen von Nahrungsmitteln, die auf einer Gesundheitsskala von 1 (ungesund) bis 10 (gesund) mindestens eine qualitativ unübertreffliche Bestnote von minus 20 bekommen hätten, bestanden.

*= mich mit aller Gewalt und nur verfügbaren Mitteln vom Lernen ablenken und sinnlos aneinandergereihte Satzbauten auf´s Papier klatschen, lustige Kaffeeflecken hingebungsvoll und unter Einsatz meines Lebens (die heiße, braune Brühe gilt es nicht zu unterschätzen!) davon abzuhalten das Papier aufzusaugen, um dieses danach erneut unter vollem körperlichen Einsatz und auf kreativste Art und Weise quer durch die Lüfte meines Zimmers- und anschließend in den Papierkorb zu befördern.

Und jetzt, da ich das alles für´s Erste hinter mich gebracht habe.. genau, da reicht mein Immunsystem mir auf einmal die Urlaubsmeldung ein und verschwindet grußlos mit Sack und Pack auf den Malediven Inseln. 
Fett.
Meine Gehirnreste versuchen seither per Presslufthammer aus der Schädeldecke heraus an die Außenwelt zu gelangen, meine Bronchien reißen sich von den lästigen Lungenflügeln los und stülpen sich bei jedem Hustenanfall ein Stück weiter nach draußen und wenn mein Rachen nicht glücklicherweise beschlossen hätte, den Durchmesser eines Nadelöhr anzustreben, wäre dies wahrscheinlich auch schon längst eingetreten.

Da freut man sich doch richtig darauf, in sein erstes freies Wochenende einzutauchen.
Daheim. 
Im Bett. 
Unter 10 Decken und einem Berg von zig halbleeren, vor sich hin siechenden Fenchelundkamillenteetassen begraben.

..und übrigens:
Man isst keine ballaststoffreichen Lebensmittel, wenn man danach an´s Bett gebunden oder schlichtweg zu faul ist, zum Lüften dann das Fenster zu öffnen.

Lernen fördert die Kreativität!

W.A.S.P. - Crazy

Mittwoch, 27. November 2013

Nicht gerade schön..

..aber selten.

Es juckt. 
Es stört nicht wirklich aber es juckt. 
Manchmal zumindest. 
Und es ist von platter Struktur wie ich neulich – als ich gelangweilt einmal wieder die Schulbank zwischen schlafenden, gähnenden Kreaturen drückte – erfuhr. Was ich wohl fühlen würde wenn ich mich in dieses von Zeit zu Zeit juckende Etwas von platter Struktur hinein denken könnte?

„Heh, ich bin zwiegespalten! Sozusagen von physischer Schizophrenie befallen. Aber nicht psychisch. Kann ja noch klar denken..“
 
Oder über was bitte denkt ein splissbefallenes Fußzehenzwischenraumhaar nach? 

„Hey Körper, ich bin schwarz. Schwarz wie deine Seele uahaha! Und gekräuselt noch dazu.. wie eine behaarte Seele die von der glimmenden Hitze der Hölle angesengt wurde."

Und was passiert mit Haaren die man zu nah ans Feuer hält? Genau: sie kräuseln sich.
Ach richtig und stinken tun sie auch. Aber in der Sache gibt es einen entscheidenden Unterschied zu erwähnen: während die behaarte angesengte Seele nach verschmorter Unachtsamkeit am Adventskranz (da spricht die Erfahrung) riecht, verbreitet ein splissbefallenes Fußzehenzwischenraumhaar doch eher den lieblich-säuerlichen Geruch von totem Tier, das zuvor die abgelaufenen Restprodukte aus der Mülltonne einer Harzer-Roller-Käse-Fabrikatsentsorgungsstelle gefressen hat. 
Aber nein natürlich, Frauen duften immer nach frischer Bergluft und vor allem an ihrer splissbefallenen Fußzehenzwischenraumbehaarung!

..und übrigens:
Google behauptet es gibt keine Fußzehenzwischenraumbehaarung O.o !



Montag, 4. November 2013

Wir sagen was wir denken..

..nur mit dem Denken klappt´s nicht so.

Oh Gott nein! Die verbale Inkontinenz schlägt schon wieder zu..auch unter geistigem, explosionsartigem Diarrhoe bekannt. 
Darf ich es eigentlich eine psycho-somatische Erkrankung nennen, wenn ein jedes Mal sobald – nennen wir umschriebene Person mal „Es“ - Es den Mund aufmacht, meine Hand zu zucken anfängt während mein Gehirn ununterbrochen Reize zu ihr aussendet mit der mehr als eindeutig dringlichen Botschaft: pack dir das Gaphatape und kleb ihm (dem Es) unverzüglich sein verbal missbrauchtes Sinnesorgan zu! Wenn möglich doppelt und dreifach, ohne Rücksicht auf Verluste. (Mit Verluste sind seine piniebel nach hinten gegeelten Haarsträhnen gemeint, die sich selbstverständlich vollkommen unabsichtig im Klebstoff der Panzertapestreifen verfangen- und dort wie reudige Küchenfliegen am Duftfangkleber – zappeln würden. 
Hör doch bitte auf damit. Bitte, bitte. Du brauchst doch nicht dein komplettes Innenleben aus deinem Gesicht heraus zu pressen, damit man dir Beachtung schenkt. Ich schneid doch auch nicht meine Bauchpflauze auf und schmeiß meine Gedärme vor dir auf den Tisch! 
Hab gehört es soll da so etwas geben.. etwas.. naja eben ein Hilfsmittel zur konstruktiven Linderung des permanenten Weglaufdranges deines Gegenübers. 
Obwohl. 
Eigentlich gibt es ja zwei Rupriken deiner Gesprächspartner: Ist dir schonmal aufgefallen, dass nach dem spätestens vierten von dir geäußerten Satz, die Person der du deinen geistigen Dünnschiss entgegen wirfst wie Fallobst auf den Boden plumpst und zu Schnarchen beginnt? Komisch, nicht? Gut, das jedenfalls wäre dann die zweite, neben der Reißaus-nehm-Ruprik. Achja und das Hilfsmittel auf das ich eigentlich hinaus wollte nennt sich Haustüre. Kannst du bitte auf jeden deiner Wege eine rustikale Haustüre mitschleifen und dir diese vor´s Gesicht halten? Nein ehrlich, das wäre total nett von dir und so hätte dein Umfeld selbst die Entscheidungsmöglichkeit diese Türe zu öffnen um sich von deinen pausenlosen (atmest du überhaupt?) Predigen und Lobeshymnen über dich selbst berieseln zu lassen. 
Kannst es dir ja überlegen. 
Verbindlichsten Dank!

..und übrigens:
Kannst du mal eben bitte die Luft anhalten? Nur so für ne halbe Stunde?


Pain - Shut your mouth

Dienstag, 22. Oktober 2013

Wenn alles gesagt ist..

..und doch nichts.

Schweigend sitzen sie zu Tische.

Schweigend schreien sie sich jene Enttäuschungen entgegen, welche bereits über Monate anhaltend von Wünschen her rührten, die unbeachtet geblieben in ihrer Erfüllung, zu dieser beiden hilflosen und einsam verzweifelten Wut geführt- und ihnen gleichermaßen das Sprechen untersagt hatte.



Wieso vermochten seine in jeglicher anderen Angelegenheit so zuverlässig präzise wirkenden Gedankengänge nicht zu erkennen wie es ist und was sich hinter den von Schwaden umwobenen Tiefen ihrer stolz abgewandten, im Grunde der wahren Bedeutung jedoch flehend bittenden Blicken, verbarg? Der Wahrheit den Rücken zugekehrt, vom Mut verlassen.

Nur selten noch dringen leise wimmernd die kläglichen Laute der Wogen des Kummers durch die markanten Mauern, die sich seit Einbruch der frostbringenden Herbsttage einer Festung gleich, feindlich zwischen sie geschoben- und sämtliche Versuche diese zu stürzen seither in deren Keim erstickt hatte?


So weit war es also gekommen.

So lange wurde nebeneinander und doch Welten entfern das Leben bestritten, bis das Leben selbst sie auf dem harten Boden der Tatsachen entkräftigt die Fäuste hatte spüren lassen.

Nie zuvor hatten die Begierde auf Vergeltung und das Verlangen füreinander derart nahe in ein- und demselben Raum miteinander gestanden.

Welch blutiges Duell.

Doch etwas hatte gefehlt.

Hatte trotz beider aufopfernder Hoffnung nicht wieder hergestellt werden können.



Und nun saßen sie hier.

Schweigend zu Tische.

Sich jene Fragen an den Kopf werfend, welche auszusprechen sie nie gewagt hatten, da die Angst einander zu verlieren sie bei all den Versuchen, eben diese verdrängend aus ihrer einst gemeinsam bezwungenen Welt zu verbannen, letzten Endes dominiert hatte.

..und übrigens:
"doch am meisten hasse ich dass ich dich nicht hassen kann
nicht mal ein wenig, nicht mal ein bisschen, nicht mal ein etwas"


Hassliebe - Schwarzer Engel

Samstag, 5. Oktober 2013

If guns don´t kill people..

..why do we give people guns when they go to war? Why not just send the people? (Ozzy Osbourne)

Am Ende wird alles gut

Und ist es nicht gut, dann ist es verdammt nochmal nicht das Ende

NEIN! (Casper - Ariel) 

Nein ich schreibe nicht über die Liebe. Jedenfalls nicht über Diese. Ich wüsste noch nicht einmal, sie in Worte zu fassen.

Wie soll man denn etwas begreifen das man nicht erfassen kann? Ist es wie mit dem Glauben, mit der Religion? Ein millionenfassender Haufen blauäugiger Menschen die im Namen Gottes, Allahs, Jhwhs handeln, wie sie es nie anders gelernt haben? Alle diese Namen sprechen für Liebe. Im Krieg und Ihr ist alles erlaubt und im Zeitalter des Bangens und des Hoffens wird es legitimiert – beinahe zur Gewohnheit, über Leichen zu gehen, um seine vorgepredigten Ideale zu verfolgen, zu leben. 
Ist es nicht so?
Wieso ist es dann nicht möglich, dass – wenn jedes Geschöpf im Namen wessen auch immer doch angeblich nach Liebe strebt – ein jeder für die Verwirklichung des Gedanken daran, Gutes einander zu tun, lebt? Ich spreche nicht von Geld, nicht von Geschenken, nicht von jeglichen materiellen zusammengepunchten Wundertüten.. nein. Es genügt so oft eine helfende Hand, ein offenes Ohr, tröstende Worte. Ja ich weiß, das bekommt man ständig zu hören und langsam hängen einem diese Predigen zum Hals raus. Aber mal ehrlich, was braucht es denn mehr? Bei all den Katastrophen bleiben doch nur noch WIR Menschen UNS selbst. Weshalb also sollten wir, ausgerechnet WIR uns auch noch gegenseitig die Köpfe einschlagen?

Weniger sprechen, mehr handeln? Man studiert Philosophie doch auch nicht um sich danach für den Rest seines Lebens hinter Büchern zu verbarrikadieren, die einem den „Sinn des Lebens“ näher zu bringen verheißen!

Wenn Blicke töten können, können diese auch komplementär wirken?
Lange in die Augen eines anderen zu blicken setzt Vertrauen und Aufrichtigkeit voraus. Dahingegen erträgt der gesenkte Blick die Qualen seines inneren Wissens einer Lüge nicht.

Auch wer das Leben mit Gleichgültigkeit betrachtet, ist dem Gefühl der Liebe in etwa so fern, wie Wissenschaftler der einheitlichen Antwort nach dem Anbeginn der Zeit. Gleichgültigkeit nennt sich wohl deshalb einer der schlimmsten Feinde der Liebe.

Änderten wir unser aller Blickwinkel um nur wenige Grade und sähen wir dem Leben mit etwas mehr Liebe entgegen - wüssten wir diese sogar dann und wann in unsere kleine Wirklichkeit umzusetzen, bestünde dann die Chance darauf die Sichtweisen Einiger, von geschlossenen- zu offenen Türen, vom Kläger zum Verzeihenden, vom Einsamen zum Zweisamen umzuschwenken?
..und übrigens:
Ich kann nicht die ganze Welt ändern, aber ich kann zumindest dafür sorgen, dass die kleine Welt um mich herum eine Gute ist.

Lyrics:
The Reaper´s Yell

Verse1:
We´ve been spending too much time for borders that we built
encase ourself but don´t wanna see it
The moment when we´re ridden by the guilt
is the moment we split
and leave - to hide our blame.

Chorus:
They live for
each other
for those dreams they never had
They die for
the aims who no one thought for good.

Grow bullets
like roses
in a garden where it seems
to be a glory when you hear the yell the reaper shouts.

Verse2:
The wicked darkness runs over a land we never owned
only the weapons still light up
In fear and hatred we get drowned
and we´re not willed to stop a fight
that doesn´t end until we hit the ground!

Chorus:
They live for
each other
for those dreams they never had
They die for
the aims who no one thought for good.

Grow bullets
like roses
in a garden where it seems
to be a glory when you hear the yell the reaper shouts.

Bridge:
Hey, how people hold guns
forced to shoot the ones who pray for freedom
Hear the crying of the children
guarding all the graves 
and they know their time will come

Chorus:
They live for
each other
for those dreams they never had
They die for
the aims who no one thought for good.

Grow bullets
like roses
in a garden where it seems
to be a glory when you hear the yell the reaper shouts.

Freitag, 20. September 2013

Wer den Weg als sein Ziel ansieht..

..der läuft nicht in Gefahr sich zu verirren.

So da steh´ ich nun. Jegliche Orientierung ging bereits auf dem Hinweg zwischen mich attackierenden, kratzbürstigen Sträuchern und meinen extra atmungsaktiven Laufschuhen anschlürfendem Riedmoor, flöten. Wieso steh´ ich auf einmal im Wasser? Warum glotzt der Fuchs da mich so entgeistert an? Warum liegt hier Stroh rum? Ich könnte mir für nächstes Mal eventuell einen vagen Plan zurecht legen, der mich weise wie so ein Plan eben ist, bei erneutem Orientierungsverlust zum Ausgangspunkt zurück lotst und zwar bevor (ich wiederhole, bevor!) ich wie einst Hänsel und Gretel kopflos und tragischerweise auch noch ohne Brotkrumen (Gott steh mir bei!) in die Einöde los renne und am Ende bis zu den von angriffslustigen Brennnesseln penetrierten Waden verschwindend im gierig schmatzenden Moorast versinke. 

Wie ich da so sinnierend mit meinem erkorenen Sumpfloch zu homogenisieren beginne, fällt mir auf, dass ich anscheinend eine gern gesehene Zielscheibe für Mosquitos und Zecken darstelle, veranstalten diese doch gerade eine Happy Hour auf jenen entblößten Körperstellen, die noch nicht von einer dunklen Bräunung – des verflüssigten Bodenbelags her rührend – überzogen wurden. 
Laut Aussage eines Freundes brauchen Zecken bis zu 60 Minuten um sich – nachdem sie hüpfend, tollend, jauchzend jeden Quadratmillimeter Haut abgekrabbelt sind – schlussendlich mit einem Areal meines Fleisches zufrieden zu geben und dort ohne Begrüßung und Kundgebung ihres Vorhabens mich meines wallenden Blutes zu berauben! 
Mir verbleibt also noch eine geringe Schonfrist um A: von einem Geistesblitz getroffen (nur getroffen, nicht erschlagen) einer inneren Erleuchtung nach zu folgen welche mir zielgenau das Licht am Ende des Tunnels... äh des Waldes zeigt oder B: mit meiner abgelaufenen ADAC Kundenkarte die Schweizer Luftrettung zu ordern, auf dass diese mich per Seilzug aus meinem (mir inzwischen lieb gewonnenen) Sumpfloch heraus- und in die Lüfte befördert. Wollte ich eh immer schon mal ausprobieren, wenn auch unter anderen Umständen. 

Ich entschied mich – so verlockend A und B mir auch schienen – für Plan C, befreite mich demnach damenhaft wie nur irgend möglich (oder so galant wie eine auf dem Rücken liegende Schildkröte) aus der appetitlich-braunen Brühe und kam, nachdem ich wohl jegliche falsche Abzweigung genommen hatte die sich mir nur bot, wohlig duftend, ohne Sonnenbrand und selbstverständlich aus der richtigen Richtung wieder am Ausgangspunkt, der vor knapp zwei Stunden als gut befundenen Strecke, an.

..und übrigens:
Ich habe mich nicht verlaufen - mir war von vornherein klar, dass ich sobald ich mich auf den Weg mache, nicht mehr weiß wo ich bin.


Amorphis - The Wanderer

Donnerstag, 5. September 2013

Jetzt machen wir erstmal nichts..

..und dann warten wir ab.

Tage wie diese...
 
Manchmal scheinen Tage beinahe viel zu endlos lange, um sie mit genügend sinnvollen Beschäftigungen auszufüllen.
Man döst den lieben langen Tag vor sich hin, schaut den Uhrzeigern beim Kreisen zu und bekommt seine Füße nicht von der Sofakante herunter geschoben. Würde man den Fußboden mit Mehl bestreuen, zeigten die Spuren Wege auf, die die Ziele: Kühlschrank, Toilette und Sofa beinhalteten. Sonst nichts.
Bis es Abend – und Zeit zum Schlafen Gehen ist.
Wie aufregend.

Und dann sind da wiederum jene Tage, die viel zu schnell an einem vorüber ziehen, ohne einem die Chance gegeben zu haben, sie mit all den Vorhaben zu füllen, die man sich ursprünglich vorgenommen hatte.
Ich wollte doch noch… geplant hatte ich eigentlich… war nicht heute der Tag an dem ich unbedingt…
Bis es Abend- und Zeit zum Schlafen Gehen ist.

Ungefähr fünf TO DO Listen habe ich verteilt in meinen beiden „Daheims“ herumfahren, die mir jeweils genau das Selbe erzählen. Dinge die unbedingt in mein persönliches Repertoire an lebensbereichernden Erlebnissen einquartiert werden wollen. Kleinere Aufschriebe die mich dazu auffordern, endlich einen bereits eingestaubten Text mit Tönen zu beleben. Größere Aufschriebe die mich anzutreiben versuchen, alles stehen und liegen zu lassen, Gitarre, Schlafsack und Rucksack über den Rücken zu schwingen und die Welt erobern zu gehen.

Manchmal breitet der Tag seine 24 Stunden wie eine zähe Kaugummimasse über meinen dann antriebslosen Körper aus und hält mir am Abend wahllos eine der fünf TO DO Listen vor, auf welchen immer selbige Aufschriebe gezeichnet stehen.
Wortlos aber mit unzufriedenem Gesichtsausdruck blicken mir dann die Augen des Gewissens über meine Schulter als wollten sie mich daran erinnern, dass der Tag vorüber ist, ohne auch nur die geringste sinnstiftende Tätigkeit beinhaltet zu haben.
„Was hast du heute getan?“
„Na nichts.“
Wie aufregend.

Aber beides ist okay! Die Mischung macht´s doch und wenn ein Wechsel dieser beiden Tagesabläufe bedeutet, dass zumindest kein Tag dem anderen gleicht, dann bedeutet das doch auch, dass egal ob es ein erfolgreicher oder ein weniger erfolgreicher Tag war, dieser irgendwann vorüber geht und man nach dem Augenaufschlagen am nächsten Morgen erneut eine Chance darauf bekommt, es einen erfolgreichen Tag werden zu lassen.
Bis es eben wieder Abend – und Zeit zum Schlafen Gehen ist.

..und übrigens:
 Even the darkest night has a dawning day!


Dienstag, 3. September 2013

Ich will endlich sicher sein..

..sicher vor mir selbst.

Ja es fühlt sich schlecht an.
Ja ich bereue Vieles.
Ja ich würde es anders machen,
würde es gar nicht erst so weit kommen lassen
damit ich nicht mehr bereuen müsste,
mich nicht mehr schlecht fühlen müsste.

Aber könnte ich es denn anders machen?
Würde der in mir tobende Streit mich entzweien,
etwas längst verloren Geglaubtes die Freiheit ermöglichen
oder mich am Ende wieder in dies altbekannte Muster zurück drängen?

Weshalb sehe ich immer erst danach?
Ist es Unsicherheit? Sind es Selbstzweifel? Die Suche nach Bestätigung?
Wieder fällt mir nur ein Wort ein dafür.
Erbärmlich.

Ist es eine Ausrede wenn ich es menschlich nenne?
Bin ich alleine damit?
So fühlt es sich gerade an, jedenfalls.

Es tut gut von jemandem gesagt zu bekommen alles ist okay.
Man ist nicht schlecht.
Ist nicht schlecht!
Danke..
Wie viel mir deine damals gesprochenen Worte bedeuteten kannst du dir nicht vorstellen.
Konnte ich dir vielleicht nie zeigen.
Ich hoffe du weißt es.

Manchmal will ich einfach nur weg. 
Weit weg.
Dorthin, wo ich sicher bin.
Sicher vor mir selbst.

...und übrigens:
"Wie ein Regen in der Wüste, wie ein Feuer in der Nacht. Wie ein Tor in einer Mauer, für die Sonne aufgemacht. Wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein: "Ich mag dich trotzdem Kuss"."


God is an Astronaut - Shining Through

Dienstag, 20. August 2013

~Eure Durchlauchtheit ich würde Euch ja loben...

...würdet Ihr mir zwischen all Eurem Selbst-in-den-Himmel-hoch-Gelobe überhaupt noch Zeit dafür übrig lassen.

Komm, ich kann gerade nicht also stell dein Glas aus der Hand und applaudier´ dir selbst. 
Für was willst du denn noch alles gelobt werden? 
Ja der Mensch braucht Bestätigung aber damit war sicherlich nicht gemeint, dass sämtliche Lobeshymnen aus den Mündern deines Gefolges sich einzig und alleine über deiner ach so hoheitlichen Wenigkeit ergießen sollen.  Verzeiht dies strenge Urteil, Eure Durchlauchtheit. Der König wünscht gelobt zu werden und wer es wagt sein Wort dagegen zu erheben, gelte auf Ewig als Verleugner der unantastbaren Vollkommenheit der Majestät... oder so.

Ja auch Selbstbewusstsein ist wichtig aber wärst du ein Schweizer Käse, würde die Selbstüberzeugung die du an den Tag legst in Hülle und Fülle aus den Löchern heraus quellen bis nur noch ein kümmerlicher Hauch von Käsescheibe übrig bliebe, durch deren Wände und Löcher man das Tageslicht hindurch schimmern sehen könnte.

Kennst du das Sprichwort mit den kleinen Finger und der ganzen Hand? Ich glaube du hast inzwischen eine ganze Vorratskammer voller (im übertragenen Sinne) ganzer Hände. Pflanzt du die im Frühjahr im Garten gleich nebs dem Ohrfeigenbaum ein um stets genug Rücklage zu haben, falls dir mal jemand weder kleinen Finger, noch ganze Hand entgegenstreckt und du nicht weißt, wohin du mit deinem Geprahle und Geprotze gehen sollst um deine Tonne Tagesration an Lob und Anerkennung zu bekommen?

Du bist arm. Ganz schön arm. Und irgendwie tust du mir fast schon leid. Aber eben nur fast.

...und übrigens:
Reicht man dir den kleinen Finger, nimmst du die ganze Hand... warum frisst du denn nicht gleich dein Opfer ganz auf?


Lyrics:
Go out front - applaud yourself !


Verse1:
You take a walk along the road
Glances of them, your highest goal
Carry your head meters from ground
There is no reason, I´m astounded
You love attention by whomever
Setting change – that´s vain endeavor
Stay hard-headed, stay in faith
Try to get some knowledge base
Live your dreams in outer space
You won´t succeed I rest my case

Chorus:
Your pride
It goes one step ahead
The silly grin
Evenly spread
Your selfishness
On the top shelf
So, go out front -
Applaud yourself!

Verse2:
Whenever I see your façade
My brain stops thinking, void inside
Just these few words in my whole head
(it seems so much is left unsaid)
Are rising up, suppress the rest
Delete the scrap, are on the quest
Who gave you that self-importance
Perfectly keep up the pretense
Would you admit that petty lie?
Would you admit or still deny?

Chorus:
Your pride
It goes one step ahead
The silly grin
Evenly spread
Your selfishness
On the top shelf
So, go out front -
Applaud yourself!

Bridge:
Lying, denying
Keep on acting out your perfect life
Crying, dying
Please hold on and stop that strife!

Chorus:
Your pride
It goes one step ahead
The silly grin
Evenly spread
Your selfishness
On the top shelf
So, go out front -

Applaud yourself!

Sonntag, 11. August 2013

Das Leben ist scheiße...

...so verflucht scheiße schön. (Josephine)

Die Frage "Bei welchem Anblick geht dir dein Herz so richtig auf?" hört sich so dermaßen schnulzig an, dass ich sie schlichtweg nie beantworten konnte. Mein Ohr hört das Wort "Schnulze" und mein Schädel brüllt "Laaauf!!"
Tja, nu weiß ich aber was gemeint war, ich hab´s selbst gespürt und so eklig war´s komischerweise gar nicht mal. Nee, s´ist eigentlich ein wahnsinns Gefühl, als würde mein Klumpen von Herz lachend vor Freude aus meiner Brust raus springen wollen. Okay, das wiederum wäre dann nicht mehr ganz so super.. Egal. Die Antwort lautet:
Powder!
Ich schaue eine Fotografie an auf der schätzungsweise letzten Winter das dunkle Gestein der Alpen, bedeckt von Tonnen aus Schnee abgelichtet wurde und in der Mitte zieht ein eingepackter Wintersportler eine erstklassige Firstline durch die schwere, weiße Schneedecke sodass links und rechts von ihm, dicke Schneebrocken wie loser Schotter durch die Luft fliegen. 
Ja da hüpft mein Herz schon wieder vor Vorfreude wie verrückt in seiner blutigen Verankerung herum!
oder Vom Balkon aus hab ich quasi ´nen VIP Platz, oder die vorderste Reihe im Kinosaal, oder ein 1. Klasse Abteil im Flugzeug... Bäume, Bäume, überall grün, breite Hügel und ganz oben auf´m Hügel vier Windkrafträder. Ich steh auf die Dinger, ehrlich. Haben was Beruhigendes wie sie da so stehen und in aller seelenruhe ihre Windräder durch die Luft schwingen. Als könne ihnen nichts etwas anhaben. Ich muss zwangsläufig lächeln wenn ich die vier Giganten auf dem Hügel beobachte und wie ich da so grinsend auf dem Balkon in die Ferne guck, geistert mir El Manana von den Gorillaz durch den Kopf. 
In 1 1/2 Wochen bin ich hier weg. Aber das Bild werd´ ich nie vergessen. Falls doch, zieh ich eben wieder zurück.

..und übrigens:
Diese Momente in denen man nur einen Gedanken hat...
...scheiße, ist das Leben schön!

 



Gorillaz - El Manana





Sonntag, 28. Juli 2013

41° Celsius...

...ich glaube fast es ist Sommer.

Ich trete auf die Seestraße hinaus doch komme nur schleppend voran, denn meine Schuhe bleiben bei jedem Schritt am Asphalt kleben, da sich die Sohlen dieser aufzulösen beginnen. Das Treiben am See gestaltet sich unterschiedlich. Genauer, es lässt sich in zweierlei Gruppierungen aufteilen:

Da gibt es diejenigen die bereits morgens mit Anlauf die Wasseroberfläche mit ihren lechzenden Körpergestalten durchbrechen und sich dort bis zur Nacht verweilend, nicht mehr vom Fleck bewegen ((die Hartgesottenen würden am liebsten mit Röhrchen oder Gartenschlauchgummiröhre (schönes Wort) im Mundwinkel steckend, ganz unter Wasser tägigen (wenn´s ein „nächtigen“ gibt, gibt´s auch ein „tägigen“, so)).

Die zweite Gruppe macht es den ersteren gleich und springt mit Anlauf in das kühlungsverheißende Nass…
und mit Anlauf wieder heraus… denn selbst der See hat seinen Fast-Siedepunkt erreicht und lässt Enten als halbe Grillhähnchen zurück an Land watscheln.

Ich gehe (klebe) weiter, da bemerke ich wie das Gestein links und rechts zu meinen Füßen beginnt sich dunkel zu färben.
Es regnet?
Nein, ich tropfe! Triefe!
Die Fliegchen die es durch den Fahrtwind meines bei diesen frostigen Temperaturen so unglaublich schnellen Gangart in ihrem Flug nicht mehr schaffen rechtzeitig abzubremsen und zwangsläufig an mir entlang streifen, verenden qualvoll ertrinkend in den an mir herablaufenden Sturzbächen.

Ich öffne die Wohnungstüre meiner WG, öffne die Türe zur Küche, öffne die Kühlschranktüre (so viele Türen..) beginne die Lebensmittel auf eine Seite zu schieben und setze mich hinein (in den Kühlschrank, nicht in die Lebensmittel). Ich brauche jetzt kühle Gedanken.
Beim Eintreten in die Wohnung sah ich rechts von mir eine Gestalt – alle viere von sich gestreckt – mit dem Sofa eins werden. Auf dem Balkon erspähte ich den zweiten Bewohner mit einer verratzten Matratze selbiger Tätigkeit nachgehen. Im Bad lag auf Eiswürfeln gebettet ein Dritter, der genüsslich dabei zusah, wie die Eiswürfel zischend an seinem glühenden Astralkörper verdampften.
Und wie ich so in dem Kühlschrank saß, fiel mir Folgendes auf:

- Die für´s Frühstück bestimmten Eier sind kurz davor, Beine zu bekommen und anzufangen, fiepend im Kreis um mich herum zu hüpfen.
- Das im Küchenschrank gelagerte Brot entwickelt ein Eigenleben (Schimmel, hmm fein!) und ich nahm mir fest vor, um zu verhindern, dass sich intelligenteres Leben darin bildete, es im Kompost zu versenken.
- Der Kompost schien zu einer Herbere für Mostmücken mutiert zu sein, die sich in Schaaren auf dem schwitzenden Ledersofa und den Wänden nieder ließen um dort surrend ihre zuvor verdauten Errungenschaften als gepunktete Machenschaften zu hinterlassen.
- Kurt Cobain und Corey Taylor begannen, wie sie so auf überdimensionlen Postern abgebildet an der Wand zusammen abhingen, von dieser herunter zu fließen, denn der Tesa welcher sie zuvor noch standhaft festzuhalten versucht hatte, hatte sich bei den Temperaturen geschlagen gegeben und verwandelte sich unaufhörlich zu Flüssigkleber (der nicht klebt, wohlgemerkt).

...und übrigens:
Ich glaube fast es ist Sommer. Zumindest sprechen einige Anzeichen dafür.


Montag, 22. Juli 2013

Das Tarp...

...oder: warum man besser den Ratschlägen alter Campinghasen folgen sollte.

Das Aufbauen war easy. Während meine beiden Kollegen sowie die zehnköpfige Klasse welche uns zuvor durch den 1. Teil der Operation: „Schluchtensteigwanderung“ gejagt hatte,  sich noch lustige Duelle mit ihren dickköpfigen Zelten lieferten, hatte mein nächtlicher Unterschlupf sich bereits nach drei Minuten fest im Boden verankert. Mein Kunstwerk bestand darin, eine Schnur zwischen einem Baum (tief) und einer Aluklappleiter (hoch) zu spannen, darüber eine Plane zu schmeißen und diese an acht Enden mit Häringen in den Boden zu rammen.

Während ich dann beim gemütlichen, abendlichen Fressen Fassen mit der Gruppe zusammen saß, bemerkte ich, als ich zufällig gerade nicht gierig meinen Kopf im Teller Spaghetti versenkte, wie zwei ältere Herren vor meiner tollen Konstruktion Halt machten und ratlos (oder fassungslos) ihre Köpfe schüttelten. Aus Angst ich könnte ausversehen meinen Unterschlupf auf ihrem Grundstück geparkt haben, lief ich zu ihnen und fragte höflich nach, ob mein Zelt sie etwa störe.
Sie verneinten lachend und antworteten, sie haben sich nur nicht vorstellen können, dass darin tatsächlich jemand nächtigen wolle.
„Nichrchrt aainmaal aaine Aaingangstürchre chrat es! Da chron man joa raain schaauen!“
Schweizer.

Nach gefühlt einer Stunde väterlicher Besorgnis und gut gemeinter Ratschläge – gerade einmal 6°C bis 12°C solle es nachts geben, der Tau krieche sicherlich langsam aber grausam durch die zarte Plane hindurch, fürchterlich frieren würde ich ohne Eingangstüre, jaja…- brachte mir einer der beiden sogar noch eine weitere Plane vorbei, welche ich zusätzlich über mein Quartier werfen solle und wünschte mir eine angenehme Nacht. Ich legte die Plane fürsorglich zum Tarp. 
Neben dran. 
Mit anderthalb Metern Sicherheitsabstand dazwischen.
Kluge Idee.

Ich muss dazu sagen, ich hatte für die Klassenreise absichtlich auf meinen Winterschlafsack verzichtet und stattdessen eine Wolldecke mitgebracht, da ich zwei Tage zuvor bereits mit dieser, im Freien auf einem Turm (andere Geschichte) mir die Nacht um die Ohren geschlagen hatte die Nacht verbracht hatte.

Ich kuschle mich also rollmopsartig in den Schlafsackersatz ein, robbe wurmartig und leicht unbeholfen auf die Isomatte und höre den niedlichen Klängen Lil Johns & Crew, die sanft aus den dünnen Wänden meines Nachbarzeltes durch die Dämmerung zu mir herüber getragen…
Hip Hop?! Scheiße ich hasse Hip Hop… und Stimmen die jede einzelne Zeile eines Liedes laut kommentieren müssen… und Menschen die mit Glück beim Mitsingen ungefähr so viele richtige Töne treffen wie ich beim Teebeutel-vom-Sofa-aus-in-den-Küchenkomposteimer-Werfen den WG-Küchenkomposteimer! (Gibt immer bewundernswert schöne Schleifspuren an der sich dahinter befindenden Fensterscheibe.) Und vor allem hasse ich es, wenn das Ganze exakt dann passiert, wenn ich ermattet von den Strapazen des Tages schlicht und einfach NUR SCHLAFEN will!!

Irgendwie muss ich es dann doch geschafft haben einzuschlafen, denn kurz nach Mitternacht werde ich höchst unsanft zärtlichst von der heimlich in´s Zelt gekrochenen kalten Nachtluft wach gerüttelt. Außerdem scheine ich mit dem Kopf bergab gelegen zu haben, denn dieser fühlt sich dick, schwammig und in etwa so an, als wäre ich im Stehen eingeschlafen.
Verkehrt herum.

Also meinen Rollmopsmöchtegernschlafsack und mich um 180 Grad gewendet, Augen zu und: "Go Schlaf!".

Das nächste Mal werde ich vom Zittern meiner eigenen Beine wach gerüttelt, die sich rebellisch unter der schützenden Decke hervor gekämpft hatten um sich an der frischen Nachtluft zu laben. 
Feine Sache.
Um 5.45 Uhr beschließe ich endlich, dass mein Körper genug Kalorien durch das sich inzwischen auf meine Zahnreihen ausgebreitete Zittern vergeudet hat und mache mich mit zugequollenen Augen, schlurfend auf den Weg zu den Campingplatzduschen.

Ich stehe also in der Duschkabine, freue mich schlotternd, dass die nasse Rettung naht, drehe den Schalter auf seine höchste Wärmestufe und drücke auf den „Beginn“ – Knopf.
Kalt.

Kalt.
Kalt.
Kalt.

Wtf?!

Nach zehn Minuten erbarmt sich der Wasserstrahl immerhin zu einem Kalt–Lauwarm.

Lauwarm..Lauwarm..Lauwarm..

3x muss ich den „Beginn“ – Knopf betätigen, der je 5 Minuten für Wasser sorgt, bis endlich siedend heißes Wasser meinen Körper von seinem Eisskulptur-Zustand zu erlösen beginnt.
Insgesamt 8 x drücke ich den Knopf zum Anschlag durch, bis ich endlich erschöpft behaupten kann: Welt, ich habe aufgehört zu zittern, jeah!

Nachdem ich zurück in meine Klamotten geschlüpft war, hätten mich keine zehn LKWs mehr zurück in das Tarp bekommen und so sank ich schlussendlich müde aber glücklich - da ich die zwar warmen aber doch eher unbequemen Toilettennischen für ungeeignet befunden hatte - mit einem (oder hunderten) tiefen Seufzern auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum, an welchem ich zufällig vorbei gestolpert war, nieder.


Als ich am selben Morgen (jedoch zu einer angenehmeren Uhrzeit) zurück auf den eigentlichen Campingplatz trottete, hatte ich bald zwei durchaus belustigte Gesichter vor mir stehen, denen ich auf ihre Frage, ob ich denn gut geschlafen habe, geradeaus ein herzhaftes „NEIN!“ entgegen posaunte.

...und übrigens:
Learning by Burning!

Tarp-Aufbau-Versuch Nr. 2.
Ab dem 3. Tag hatte ich dann doch noch Zelteingangstüren.

Rammstein - Halt