Ich suche, bin auf der Suche nach mehr, bin unzufrieden mit dem Jetzt und kann mich nicht damit anfreunden, will´s nicht akzeptieren. Aber vor allem bin ich auf der Suche. Auf der Flucht? Akzeptanz würde bedeuten, zu viel von mir zu verleugnen. Zu vieles von dem was mich ausmacht, meine Augen und Gefühle zu verschließen und mein innigstes Drängen fort zu sperren. Akzeptanz gleicht Stagnation. Ich bin ruhiger geworden, still, beinahe. Sehne mich nach Laut. Nach Spannung, nach Aufregung, Spontaneität. Ruhe mag schön sein - nur nicht immer. Ich verliere mich selbst. Dränge danach aufzustehen aber du hälst mich zurück, also bleibe ich sitzen. Träume, sehne mich, füge mich und wünsche mir es wäre anderst. Laut.
Hämatome sind nicht schwarz und Blut rinnt warm. Das mag fremdlich klingen aber es bedeutet Trost. Wer nicht erfrieren will sucht doch die Wärme? Wobei die Schwärze an sich nicht kalt ist. Sie ist dumpf. Gefühlstaub. Doch wenn man nichts mehr fühlen kann, sehnt man sich sogar nach der Kälte. Nur um irgendetwas spüren zu können. So ist es auch mit dem Schmerz.
..und übrigens: Manchmal ist das Wenige zu viel, die Ruhe zu laut und die Leere erdrückend schwer.
Und dann will ich allein sein. Will mich in meine finstere Gedankenwelt zurückziehen, mich in Embryonalstellung gleich eines verwundeten Tieres in einer endlos dunklen Weite zusammengerollt wiederfinden und liegenbleiben, schlafen, bis ein Sonnenstrahl auf mich trifft und leise flüsternd, aufmunternd spricht, dass nun wieder langsam die Wärme fließe. Erst dann will ich aufwachen, aufstehen und wissen, dass mich mein Lächeln keine Kraft mehr kostet.
und übrigens.. Man muss nicht immer hell wie die Sonne scheinen, der Mond ist auch wunderschön.
Wie eine verkratze, frühzeitig gealterte Schallplatte die sich gleichsam wieder und wieder an der selben Stelle aufhängt, deren Nadel krampfhaft versucht die Bahn des Liedes fortzuführen und sich doch nicht weiter bewegt. So hängt die Maschine in meinem Kopf sich an einem Gedanken auf, ohne weiter zu kommen. Die Nadel kratzt vergeblich über die Furchen, stolpert, fängt sich, stolpert erneut, drängt nach vorn.. und schafft es doch nicht. Ein Wort. Ein Gedanke. Ein Bild - vielleicht auch zwei. Jemand sollte den Staub beseitigen, aber vorsichtig, um den Rest des Liedes nicht zu zerstören.
..und übrigens:
Traurige Erinnerungen sind wie Kratzer auf einer alten Schallplatte.
Ich würd Dir echt gerne nicht schreiben aber ich kanns nicht. Ich wollte Dich schon so oft aus meinen Gedanken streichen aber weder mein Verstand noch mein Bauch kriegen´s hin. Ich versuch Dich wenigstens zu ignorieren aber selbst dabei scheitert jeglicher Versuch an Deiner mir gegenüber gezeigten Ignoranz. Ist die Absicht? Oder ist es dir wirklich einfach nur egal? Du willst mich nicht an deine Welt heran lassen und was ich will tut hier nichts zur Sache. Wie nur hast Du meine Neugierde auf dein Dasein derart stark geweckt? .. aber da ich Dich nicht mehr als sonderlich zu interessieren scheine wird Dir das noch viel mehr egal sein. Botenstoffe und Zellregionen aus Zuneigung und Hass stehen sich einmal mehr gegenüber und raufen sich ob der lächerlichen Situation die Haare. lächerlich.. oder was? Wenn Du wusstest wie das ausgeht, wieso hast du mir das Ende vorenthalten? Träume platzen, so ist das Leben. Ehrlichkeit bleibt.
..und übrigens:
Sich enteuphorisieren?
Ich glaube ich habe Dich das erste Mal belogen - es geht nicht!
Aber spätestens - oder wenn überhaupt - in einem Jahr wie Du sagst, werde ich Dich vielleicht vom Gegenteil überzeugen können.
Ich hoffe nur, dass Du das hier bis dahin niemals gelesen hast.
"Masquerade
of a crystallised Stone"
Verse
1:
In social seclusion I found a crystal,
I was blinded by
its magnetic charism.
Behind
the attention, that it called for,
a secret is hidden how it
weathered the stormsof time.
Verse
2:
Ached
to be seen, to be finally noticed
but
sometimes it would be glad to cease (to) exist
You appear to be
brave in the last bygone days
But
there lurks a weakness, cause you always drop
one´s
gaze!
Chorus:
Saw
your face
masquerade
lies
seem much easier for you to create.
Heard
your voice
realized
there
. was nothing but trash and noise.
Verse
3:
You
refuse to reveal about your inner strife
tell incomplete storys
of an other one´s life.
Controlled
by two minds, you can not agree
that
maybe you´re not what you always pretend
to
be?
Chorus:
Saw
your face
masquerade
lies
seem much easier for you to create.
Heard
your voice
realized
there
. was nothing but trash and noise.
Bridge
Indeed
it makes me sad
to
walk this way ahead
alone
but got wised up anyway
Thinking
back to good old days
trying
to forget that face
of a stone that lies by any wayside,
waiting till any other one
finds (it).
Then
I raised
the Crystal,
threw it away and when
it was finally flown
I
had to confess,
...that Ifell for
a masquerading Stone
In schlafwandlerischer Fitness den Tagen entgegen, laufe oder schlurfe ich, besser, nunmehr seit längerem durch´s Leben, bekomme viel mit und zu sehen doch vergesse es wieder, schreibe nieder um zu erinnern, doch die Schriftblätter verwehen wenn auch nur unter den Nachttisch um dort zu verstauben. Und wenn der Staub der Zeit sich legt über die Seiten und Zeiten, versteckt bis zu einem Punkt im Leben der zufällig aufdeckt, was verdreckt aber geborgen im Staub vor sich hin geschlummert hat, dann erinnere dich nicht. Erinnerungen verblassen wie Fotos vergilben, Gefühle vergehen während aus Wunden sich Narben bilden. Ein Gefühl namens Zufriedenheit ist wachsam und stiehlt sich in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit davon. Und dann schlafwandle ich meinen Träumen nachlebend ignorant gegenüber jeglicher Rationalität wieder durch die Tage, bis ich mich Schlafen lege und meine Träume mir eine weitere Realität vorspielen. Ich will nicht aufwachen.
..und übrigens:
Wie weit bist Du bereit zu gehen für jemanden dem Du nichts bedeutest?
Ich steigere mich hinein, sagen sie. Ich ginge das zu euphorisch an, sagen sie. Nach ein paar Wochen sei er wieder vergessen, prophezeien sie. Das Problem, sie kennen mich. Am liebsten würde ich mich auf der Stelle in den Zug setzen. Drei bis vier Stunden hinein in´s Ungewisse. Nur habe ich die leise Vorahnung, dass am anderen Ende des Bahnhofes keiner auf mich warten würde, am allerwenigsten, Du. So verworren und ich erkenne deinen Gesichtsausdruck nicht. Sehe nur Worte, aus Zwang daher geschrieben. Scheinbar hält Pflichtgefühl diesen dünnen Faden einer Bekanntschaft am Leben. Ist es nicht so?
..und übrigens:
Loslassen oder Festhalten von etwas das man nicht hält, seltsam.
Wie eine Hülle meiner selbst die ihren Inhalt verlor, steuert mein
Körper ziellos, gehetzt durch die Tage. Das Schlachtfeld ist
geräumt, der Kampf vorbei. Ich sollte mich gut fühlen. Aber etwas
ist auf der Strecke geblieben.
Seit Du weg bist..
Ich halte
mein Gesicht gesenkt weil ich die auf mir ruhenden, meine Gedanken
durchdringenden Blicke der anderen nicht mehr ertragen kann.
Ich
fühle mich so durchschaubar. So schmächtig, klein.
Verunsichert,
unendlich.
Du zeigtest in mir eine Person auf, die ich nicht –
und wiederum doch bin.
Hast Bruchstücke von dem zurück
gelassen, das ich einmal war.
Du bist gegangen.
„Das
sind die Nachfolgen der vergangenen Jahre“ sagt man mir.
Wir
haben nur ein Leben. Und solange ich hier bin, will ich es leben! Als
das eine, das uns nur vergönnt ist!
Also schlucke ich weiter
brav was die Weißmäntel mir zu Tische servieren und warte ab.
Irgendwann kommt es zu mir zurück. Herr Zuversicht.
..und übrigens:
Ohne Lächeln und Musik wäre das Leben nur wenig wert.
..Heute
hast Du mich nicht besucht. Wirkt der T-Cocktail? Ich denke
oft an Dich, ständig, aber mehr nebensächlich heute, als wollte ich
Dich nicht wirklich zu Wort kommen lassen obwohl ich dennoch mit Dir
spreche. Trotzdem bleibt das Flurlicht brennen, das Türschloss auf
links gedreht, verschlossen. Aber ich sehe etwas, etwas unscheinbares
kleines, etwas wie Licht.
In einem kleinen unbedachten Moment berührtest Du mich an der
rechten Schulter, doch noch während ich mich zu Dir umdrehte,
zerstob Deine Hand zu abermilliarden Staubpartikeln.
Ich suchte
Dich im Keller, ja, wartete beinahe auf Dich aber Du warst nicht
dort. Nur der schwindende Geruch Deiner nicht lange entfernt
liegenden Anwesenheit hing noch in der Luft, klebte an alten modrigen
Möbeln die an die Wände gelehnt schon monatelang kein Tageslicht
mehr erblickt haben müssen. Ein Schatten Deiner Selbst.
Ich
habe ein Zimmer gefunden. Du kannst es haben, ich habe es für Dich
gebaut, Herr Zuversicht. Dort kannst Du sein wenn Du nicht bei mir
bist. Vom Fenster aus kannst Du die Menschen auf der gegenüber
liegenden Straßenseite vor den Häuserblocks beobachten. Erschrecke
sie nicht.
(C.Baiker)
..und übrigens:
Angst, in all ihrer Gewalt, ist schwer in Worte zu fassen. Darum werde ich Dich bei einem Namen rufen um von ihr die Hülle des Schreckens zu nehmen. So weit ich kann.
Er ist schwarz. Nicht die Farbe seiner Haut, nein, sein ganzes Wesen.
Dort wo Gesicht, Hände und Körper sein sollten herrscht Dunkelheit.
Was ich sehe sind sein Mantel der knapp an den Knöcheln vorbei
beinahe bis zu seinem festen Schuhwerk herunter reicht und sein
Borsalino, tief in die dunkle Marterie seines Gesichtes gezogen. Er
macht nichts, er steht nur da. Sieht mich an, auch wenn ich seine
Augen nicht ausfindig machen kann - ich fühle sie. Er macht mir
Angst, wenngleich nichts sichtbar Bedrohliches von ihm ausgeht.
Nichts konkret Bedrohliches zumindest, außer der von seinem Inneren
ausgehenden Aura. Einmal, sogar, da standest Du hinter mir, hast
stumm meine Haare gekämmt Strähne für Strähne. Ich rede mit Dir.
Ich weiß Du bist nicht da. Du existierst nicht. Ich stelle Dich mir
nur vor weil ich nunmal kaputt bin, oder? Es hilft nicht. Du
besuchst mich nicht nur zu Hause. Auf dem Steg standest Du, weit
hinter uns, dort wo die Dunkelheit am engsten zusammengedrängt sich
in den Schatten der Bäume und Sträucher verliert. Wie daheim auf
dem Flur, ein Tunnel aus immer dunkler werdenden Pigmenten die sich
zu einem schwarzen Loch vereinen aus dem nichts durchzudringen
scheint, außer der Angst. Du. Wider meiner Erwartungen hast Du
uns nicht vom Steg gestoßen, in die nächtlichen Kälten des Weihers
hinab. Wider meiner Erwartungen kamst Du nicht mit erhobenem Messer
auf meinen Begleiter zu gerannt um ihn rücklinks auf dem Feldweg zu
erstechen. Ich würde Dich gerne fragen, ob Du ebensolche Angst
verspürst wenn Du mich siehst. Wie fühlt es sich an, ein Ausdruck
der Dunkelheit zu sein, bist Du einsam? Wer bist Du?
..und übrigens:
Die Angst sucht sich ihren eigenen Weg, Ausdruck zu erlangen.
Ich
sollte es „Das Tagebuch des traurigen Optimisten“ nennen, denn
würde eines Tages ein zufälliger Finder dieses Notizheft in die
Hände bekommen, würde er beim Lesen nur einen Haufen aus emotional
angebrochenem und aufgehäuftem Schutt vorfinden. So bin ich gar
nicht. Jedenfalls nicht immer. „Bildliche Vergleiche verkünsteln
des Autors Lyrik und werten sie damit auf.“ So oder so ähnlich
meinte eine Lehrerin damals noch zu Schulzeiten zu uns, also male ich
eben einen Vergleich mit der Sonnenblume. Die wendet ihr Gesicht
stets fröhlich leuchtend der Sonne zu, eine gnadenlose Optimistin
und Frohnatur, könnte man meinen. Von außen betrachtet zumindest.
Aber immer kann´s nicht schön sein. Also was dann? Sie beugt ihre
Blütenblätter nach innen, versteckt sich hinter ihnen und wartet ab
bis die Tränen des Himmels an ihr herab geflossen und abgeperlt
sind. Bis die Sonne wieder scheint und sie ihre Frohnatur von neuem
zur Schau stellt, als wäre nichts gewesen. Denn so kennt man sie..
..und übrigens:
..oder welche Postkarte zeigt schon verwelkte Sonnenblumen?
Da
hilft kein Bitten und kein Flehen, kein Weinen und Schreien. Sie
parodieren auf und ab, bewaffnet mit Schildern auf welchen die
absurdesten Sprüche prangen für die sie wohl besonders tief in den
verstaubten Kisten des Unterbewusstseins gegraben haben. Und
dazwischen tauchen immer wieder Lückenfüller wie: Angst,
Depression, Wahn, Einsamkeit, schlechtes Gewissen, Familie und so
weiter, auf. Und schon arbeitet der Kopf auf Hochtouren und gibt dem
Sandmann keine Chance sich zwischen all den im Circle Pit rennenden,
gegen Schlaf protestierenden Demonstranten zu einem durch zu kämpfen
um einen mit seinem K.O. Sand in´s erholsame Land der Träume zu
befördern.
Lasst mich in Ruhe! Hört Ihr nicht? Ich will Euch
nicht, will nichts sehen, nichts hören, nicht lesen was auf Euren
bescheuerten Schildern steht, nicht fühlen wie sich Tränen ihren
Weg die Wangen herunter bahnen und nicht schmecken, wie ihr Salz
langsam über meine Lippen läuft. Ich verzichte!
Aber egal was
ich sage, wie oft ich meine Wut in´s Kissen schreie und wie
starrsinnig ich mir versuche andere Gedanken einzureden – ich
verliere.
..und übrigens: Braucht
der Geist die Traurigkeit um sich wieder nach den schönen Zeiten
sehnen zu können?
Immer
erst dann. Klappe zu, Affe tot. Und hinter den dicken Mauern seh´
ich mein Leben dahinfließen, ohne mich. Es fließt vorbei und ich
sitze am Fenster und sage zu mir „ich hab´s Dir ja gesagt.“, Ja
hab´ ich – aber wer ändert schon etwas bevor´s wirklich zu spät
ist? Schnell die weiße Pille, bevor ich wieder sentimental werde.
Aber sie hat´s nicht gebracht. Ich bin trotzdem hier. Ich höre Dich
schreien. Höre Dich weinen, sehe Dich vor lauter Verzweiflung, Wut
und Hilflosigkeit das Essgeschirr auf dem Küchenboden zerschmettern.
Meine Augen haben gesehen, meine Ohren gehört, mein Körper zittert.
Es ist nicht richtig, das ist nicht in Ordnung, nein, nicht
Du!
Vergangenes. Doch vor meinen Augen so präsent wie
gestern. Und ich zittere noch immer. Aber jetzt bin ich ja hier.
Man sagt zu mir, dass es das Richtige war, nur, wenn die Mauern zu
Flüstern beginnen „lauf weg, renn..hilf ihm!“ wie soll ich denen
dann Glauben schenken? Vor den Fenstern wiegt sich ein Baum im Wind.
Ich darf gehen wann immer ich will, sagen sie. Wenn ich auf den Ast
klettere rücken sicher gleich die Weißmäntel an, unnötige
Aufregung. Es ist spät – aber noch nicht zu spät.
Und
schon kriecht die Angst wieder in mir herauf, bahnt sich ihren Weg
vom Gehirn in meinen Körper und schnürt mir die Kehle zu. Ich weiß
da ist nichts. Sie sagen das auch, ich solle ruhig atmen und mich der
Dunkelheit stellen, mit ihr sprechen. Ich werfe panisch die Türe
hinter mir zu und verkrieche mich in eine Ecke meines Zimmers. Du
stehst nur da, betrachtest mich. Du bist nicht real. Bist Du nicht,
sagen sie und dann berührt mich Deine Hand und ich schreie.
..und übrigens: Das
Witzige daran ist, dass du an diesen abgeschiedenen Orten vor denen
die Masse am meisten Angst hat, den wenigsten Menschen
begegnest. Aber weshalb kommst Du mich dann gerade hier
besuchen?
..zutreffend. Und dann treffen unsere Blicke sich und ich höre dich
verächtlich sagen „Wen zur Hölle hast Du bitte gemeint?!“. Es sind vor Verständnislosigkeit
sich mir durchdringend in mein Gedächtnis brennende Blicke, leere, traurige –
von Zeit zu Zeit wütende Blicke. Das Gesicht leicht verquollen und gerötet
sieht es mich an. Irgendwann wenden wir uns voneinander ab. Es ist genug. Licht
aus. Dunkelheit. Doch am nächsten Morgen steht er noch immer dort. Zeigt Spuren
der Abnutzung, hier und dort einen blinden Fleck und mir noch immer mein
Spiegelbild. Selbst Schuld.
Leere Worthülsen und fleißig erlernte Floskeln – wahrscheinlich aus einer Soap
aufgegriffen, lässig dahingerotzt. Sicherlich auch eine Form der modernen
Kunst. Und was wenn auch Deine selbstsichere nach Außen getragene Fassade in den
Pirouetten des gegnerischen Sturms in´ s Wanken gerät? Stehst Du dann stotternd
wie zum ersten Schultag vor Deinem dich um ein Zweifaches überragenden
Gegenüber und versuchst händeringend Land zu gewinnen?
..und übrigens: Wenn schon, dann
wenigstens zutreffend. Alles andere wirkt lächerlich, verzeih´.
Manchmal
bin ich ein emotionaler Dreckhaufen. Sowas wie ein sentimentales
Wrack das selbige scheinbar anzieht. Und wieder bleibt mir nichts
anderes übrig als zu rennen. Hinaus durch den Regen, hinein in die
Nacht. Das ist die Zeit zu der man keiner Seele mehr im Wald begegnet
und alleine stumm vor sich hin schreien kann. Steine und Äste landen
im Moorweiher über dem ein Dunst aus Nebel hängt in dem Schwalben und Fledermäuse Tauchen gehen. Hier ist keiner. Und wenn
doch, dann will ich ihn verdammt nochmal kennen lernen!
..und übrigens: Abtauchen. Leere spüren. Wasser sehen. Nichts sehen. Abschalten.
Gefühle
gehen vorüber. Immer. Drei Wochen die volle Dröhnung und ich bin wieder gesund.
Geheilt von dem Chaos meiner mir etwas vorgaukelnden Östrogene um die ich nicht
gebeten habe. Ist nur etwas unzuverlässig im zeitlich Allgemeinen und doch im
Grunde genommen völlig durchschaubar. Schön aber anstrengend und zu absolut und
überhaupt rein gar keinem Happy Ending führend. Niemals. Mieses Hollywood.
..und übrigens: Irgendwann hab ich vor lauter Suchen das Finden verpasst.
Ja fangen denn jetzt alle Männer das Menstruieren an? Oder kann mir wer das sich hier pockenhaft verbreitende Morbus Mimimi erklären? Vielleicht haben auch ein übermäßiger Konsum an Bier und Tiefkühlpizzen für eine derarte Verweiblichung des ach so viel härteren und stärkeren Geschlechtes gesorgt? Man weiß es nicht. Aber wenn das so weiter geht, hänge ich in Zukunft keine Unterwäsche mehr an die frische Luft zum Trocknen, da weiß frau ja nie..
..und übrigens:
Es kann sich schon überaus nervig gestalten, sich das Gezicke manch einer vor Östrogen übersprudelnden Frau anzuhören.. aber wenn jetzt auch noch die Männer damit anfangen? Wo kommen wir denn da hin??
Anbei ein wenig Männlichkeit, bitte, bedient Euch:
Ruhelos unter der
dicken Daunendecke begraben, wälze ich mich von der einen zur
anderen Seite der längst durchgelegenen Matratze und erhoffe mir
weiß Gott was für eine wundersame Wirkung davon. Ich kann nicht
aufhören zu Denken, nachzudenken über alles und jeden.
Rekonstruiere nicht geführte Gespräche und halte Zwiesprache mit
mir selbst. Seit Tagen rauben Gedanken und Vorwürfe mir meinen
Schlaf. Ich laufe unruhig durch den Tag, vom steten Schwingen einer Abrissbirne begleitet, die ohne Unterhalt gegen die Innenseite meines Schädelknochens zu hämmern scheint und beginne wie zuletzt in
Kindheitszeiten damit, nervös meine Gesichtsmuskulatur spielen zu
lassen.
Und da ist es
wieder. Wieder das eine, unaufhaltsam – gleich eines Aasgeiers
über seiner Beute - kreisende Wort: „Schlecht!“ Kontinuierlich
routiniert wie ein Ohrwurm der sich wochenlang festsetzt und
sämtlichen sich neu hinzu gesellenden Fremdeinflüssen trotzt.
Ist es egoistisch zu
nennen, anderen zu helfen, wenn man sich selbst dabei besser fühlt?
Tut man etwas wirklich und wahrhaftig selbstlos? Und - erzieht uns
die christliche Überzeugung mit ihrem Fabel für selbstlose Taten
nicht zwangsläufig zu heranwachsenden, potenziellen Burnout
Patienten?
Arbeit soll sich
endlich über die abstrusen Gefühle stellen, versuche durch
permanente Ablenkung zu verdrängen, was mich nachts zwangsläufig
wieder einholt und werde trotz allem das Gefühl nicht los, so Vielen
etwas schuldig zu sein. Diese Gedanken lassen sich nicht einfach fort
schieben, wie ein ausgedientes Möbelstück. Unaufhaltsam graben sie
sich Nacht für Nacht ihre Gänge in mein Bewusstsein und nisten sich
dort ein, wo ich ihnen gegenüber willentlich schon längst machtlos
bin. Sie sitzen lauernd in ihren Höhlen, tief unten in meinem Unterbewusstsein, höhnisch vor sich
hin kichernd. Also trete ich - wütend, dass ich so viel mehr tun
könnte – mich selbst in eine Vorstellung von mir, die mir nicht
gefällt und ich darf mich nicht einmal beschweren.
Und zeitgleich wird einem
auf silbernem Servierteller die Ansicht präsentiert und in den
Wunden Punkt gerieben, dass man dumm sei. Hättest es nicht
deutlicher ausdrücken können – Danke auch.
Suspekt?
Ich hab´s satt.
Will die Tabletten
gegen die Wand schmeißen und den penetrant in der Zeit vorwärts
drängenden Wecker gleich hinterher. Aber was bringt´s, außer ´ner
Delle und der Angst zu verschlafen?
Schlafen - zur
Abwechslung.
Nur ein wenig.
Das wäre schön.
...auf die
Frühschicht folgt eine spontane Nachtschicht. Jemand ist krank. Ist
okay, ist eh mein freies Wochenende. Es folgt eine ungeplante
Spätschicht. Jemand ist krank. Ist okay, ist eh mein freier Mittag.
Freizeit wird überbewertet. „In solchen Situationen haben Sie
persönliche Bedürfnisse nun mal hinten anzustellen.“
(wahrhaftig existenter, zurückliegender Wortlaut) Übermüdet lasse ich mich vom
Stadtverkehr in Richtung „Nach Hause“ tragen. Die Augenlider auf
Halbmast fahre ich rechts ran, will heute keine Bekanntschaft mehr
mit dem Gegenverkehr machen.
Und dann schlafe
ich. Endlich. Bis ein Anruf mich aus der Traumwelt reißt-
und schlaftrunken diesen entgegennehmen lässt: Ob ich nicht
einspringen könne, jemand sei krank, wäre das okay? Sei ja eh mein
freier Tag.
..und übgrigens:
Die tanzenden Schattengestalten neben meinem Bett könnten meine Freunde werden - sie haben´s mir heimlich zugeflüstert, mir versprochen.
Mei, diese schrecklich betrüblichen Züge von Herbstdepressionen! Und dabei habe ich doch gerade erst die Sommerträgheit hinter mir liegen lassen. Und davor die Frühjahresmüdigkeit! Und davor... Wo soll das hinführen? Die Weihnachtsplätzchen die sich nun seit Anfang des Monats schon wieder in die Kaufhausregale eingenistet haben, haben sich wie ein Algen-Tang-Plankton-Gedöns am Bug eines Schiffes an meinem Bauch festgesetzt und verzieren dort in ihrer nicht mehr ganz der ursprünglichen Sterne-Tannenbaum-Renntierform als einheitlich langgezogener Weichmassenklumpen meinen Rumpf. Hübsch. Kann man tragen - muss man aber nicht. Immerhin, noch schäkert die spärlich auftretende Sonne mit meinem Gemüt, während sie dabei so langsam in ihren tiefen Winterschlaf verfällt (eine kleine Freude gilt wenigstens dem Verschwinden der Sonnenallergie, die im Sommer besonders liebreizend mit meiner Haut umgeht..). Und während die goldenen Griffel sich ein letztes Mal verlockend aber trügerisch über´s Land verstreuen, friert einem beim motivierten ersten Schritt zur Türe heraus schon die Fußsohle nach wenigen Augenblicken mit der gepflasterten Hofeinfahrt zusammen. Gut, ich sehe ein, dass Barfußlaufen bei 5°C doch vielleicht nicht die geeignetste, den Umständen entsprechendste Kleidungsform darstellt, um mit der mir zu Füßen liegenden Bodenwelt in Kontakt zu treten. Nundenn, sitz´ ich halt barfüßig in´s von Sitzheizung und Heißluft zur Sauna umfunktionierte Auto, setz die getönte Sonnenbrille auf, lehn mich zurück und tu so als sei wieder Sommer.
..und übrigens:
Wenn ich den ganzen Tag schniefend, schneuzend im Bett vor mich hin vegetiere, ist mir ein nebliges, wolkenverhangenes Wetter lieber als strahlender Sonnenschein während ich arbeite und nicht hinaus kann.