Die Waffen
werden auf mich gerichtet sein. Doch niemand sieht mich.
Meinen
Körper, der die grausame Geschichte von Händen und Stöcken erzählt, die sich
kaltblütig im Banne des Alkohols gefangen, an ihm auslebten. Immer und immer
wieder.
Niemand sieht
durch diese längst erstarrten Augen hindurch, sieht die Gedanken, welche Tag
für Tag, Minute für Minute beständig die dunkle Vergangenheit durchleben.
Ihr seht nur
das Blut, das an meinen Händen klebt und den leblosen Körper der mir ergeben zu
Füßen liegt.
Denn ihr seht nur das, was ihr sehen wollt.
Ihr habt mir
nie Beachtung geschenkt, mich nie gehört. Angeschrien habe ich euch, um Hilfe
angefleht auf Knien, stumm. Ihr habt es nie bemerkt.
Als hätte
ich das Sprechen verlernt, als hätte die Zeit mir meine Worte gestohlen seit du
mit deinem Leben jede einzelne Sekunde des Unseren zu bestimmen begannst.
Diener,
Sklaven. Mehr Bedeutung gestanden deine Herrschsucht und dein Stolz uns nie
ein. Ich wollte nicht, dass es so endet.
Als du
drohend die Hand erneut vor ihr erhobst, ignorierend die angsterfüllten,
starren Augen,
verlor ich
die Kontrolle.
Nein ich
darf nicht über dich richten. Bist du am Ende auch nur die Hülle einer
geschundenen Seele.
..und übrigens:
Bevor du über einen anderen urteilst
Stehe wo er steht.
Fühle was er fühlt.
Erspüre sein Herz.
Erleide seinen Schmerz.
Blick durch seine Augen.
(Er-) Lebe seine Welt.
Und dann, vielleicht, wirst du verstehen,
warum er so ist, wie er ist und dass es dir NICHT zusteht,
über das Leben eines Anderen ein Urteil zu fällen!
Jimmy Eat World - Pain
(Keine
Sorge ich spreche nicht von meiner Person aus!)
Einige
zusammengebundene Ginsterzweige deren gelblicher Blüten Duft sich angenehm
unter die lauwarme Abendluft des Spätsommers mischt, gleiten mir aus den
schwach werdenden Händen, schwach vor dir, in deiner Gegenwart.
Unbeholfen
versuche ich die passenden Worte zu finden um zu beschreiben was unaufhörlich,
tief im Inneren meiner von Gefühlen fest umschnürten Brust kämpfend versucht nach außen zu
dringen. Doch meine Lippen gehorchen mir nicht. Meine müden Augen wenden sich ab
von dir und meine unruhig umherirrenden Gedanken schweifen fort, weit weg um
doch immer wiederkehrend bei dir zu landen.
„Weshalb?“
Flüstere ich kopfschüttelnd und mit gesenktem Haupt in deine Richtung, doch du
bleibst stumm.
Ich
ringe um Fassung, will die Fassade vor dir aufrecht erhalten und doch gelingt
es mir nicht.
„Weshalb?“
Frage ich dich erneut. „Bist du glücklich? Ist es das was du wolltest?“ Seit
Tagen schon vermag ich dir gegenüber keine anderen Worte mehr zu sprechen als
was sich narbenhaft tief in meine erschütterte Seele prägte, zutiefst gekränkt,
einsam verletzt.
Ich
schreie dich an, Tränen der Wut rinnen meine Wangen hinunter auf die noch
frische Erde. Das warme Gelb der Sonne benetzt ironisch, verwelkte Blumen und
Kränze, deren Geist bereits nach dem dritten vergangenen Tag in das Reich der
stillen Ewigkeit überging.
Vom
sternenübersähten Nachthimmel hinab sucht der goldene Schein der zart in´s
Schwarz gepinselten Mondsichel sich schleichend seinen Weg zwischen sich in der
Dunkheilheit zu bedrohlich gaffenden Gestalten wandelnden, kahlen Ästen der
Baumkronen hindurch, um im eisigen Wind, tanzende Schatten auf den steinigen
Waldboden zu werfen.
Ihr
Kleid huscht einsam und doch zielbewusst, im Kontrast der nach ihr greifenden
Schwärze an raunenden, flüsternden Sträuchern vorüber. Sich sanft in den
geschmeidigen Bewegungen des Mädchens wiegend. Leise.
Ihre
wehenden Schritte verhallen leise im Echo der trügerischen Stille, fließen übergangslos in
das zeitlose Geschehen des fliehenden Momentes mit ein, unbemerkt, unsichtbar.
Wie es begann.
Die
Augenlider geschlossen zieht sie gierig die Luft zwischen ihren feurigen Lippen
in ihre atemlosen Lungen ein und lauscht dem angestrengten Pochen ihres Herzen.
Einem Rhythmus der von Adrenalin geprägt, ihre schmale Brust nahezu zu
zersprengen droht.
Langsam,
beinahe vorsichtig wandern ihre Augen suchend über den sich vor ihrer schmalen
Siluette erstreckenden See, welcher seit der letzten Schneewehe von einer
festen Eisschicht überzogen, inmitten einer tristen Kulisse aus von zartem Frost
überzogenem Schilf eingebettet da liegt. Mit starrem Blick betrachtet sie das
sich in der glänzenden Eisschicht spiegelnde Sternenzelt und ergreift entschlossen
einen faustgroßen, am Wegesrand liegenden Stein.
Einmal,
zweimal, dreimal fliegen die von Wut getriebenen, um den Stein geklammerten
Hände auf das Eis nieder.
Viermal,
fünfmal…das Geräusch splitternder Glätte durchreißt die gespannte Stille und
lässt das Mädchen für einen kurzen Augenblick erschrocken zurück weichen.
Es
wird gut. Alles wird gut.
Eine
Blume, weiß wie ihr Kleid, schleicht sich in des Mädchens Blickfeld und zaubert
ein trauriges Lächeln auf ihre dünnen, fest aufeinander gepressten Lippen.
Alles
wird gut. Er hat es versprochen.
Langsam
erhebt sie sich, schaut nicht zurück, kehrt der Vergangenheit ihre bebende
Schulter zu, nimmt Anlauf und springt.
Wie
tausend Nadelstiche zugleich, durchbohren die eisigen Wassermassen ihre zarte
Haut. Schießen von allen Seiten auf ihren zitternden Körper ein und umschließen
sie, umhüllen sie wie eine Zwangsjacke aus der es kein Entrinnen gibt.
Ergeben,
leise schluchzend legt sie sich in die Hände ihres Schicksals und lauscht ihrem
erst so kräftig, dann stetig schwacher schlagendem Klang ihres Herzens. Bis
auch diesem, die letzte Lebenskraft versagt und das kurz zuvor noch rasende
Blut in ihren Adern, gleich ihres Atem zu Eis gefrieren.
Erstarrt
treibt sie im blassen Schein der dünnen Mondsichel auf dem Wasser, dessen
letzten Kreisel an den scharfen Kanten des im Eis klaffenden Loches sanft
zerschellen und schließlich darunter versiegen.
Alles
wird gut. Du hast es versprochen. Alles wird gut.
Sobald
dein kleines Geheimnis wortlos unter den Tiefen des ewigen Eises verschwindet
ist auch das letzte Fünkchen dieser schmerzerfüllten Wahrheit für immer gestorben.
..und übrigens:
"Man kann Handlungen versprechen, aber keine Empfindungen; denn diese sind unwillkürlich. Wer jemandem verspricht, ihn immer zu lieben oder immer zu hassen oder ihm immer treu zu sein, verspricht etwas, das nicht in seiner Macht steht.
(Friedrich Nietzsche, Werke 1 - Menschliches, Allzumenschliches")
Almkuh sollte man sein. Den lieben langen Tag auf der saftigen Wiese stehen, den Allround-Panoramablick über die Bergkämme hinweg anglotzen, gemütlich mahlmend die taufrischen Wiesenkräuter im Maul hin- und herschieben und weil´s so schön ist, das ganze gleich sieben Mal (hoch lebe der Wiederkeuer) und ab und zu einer amüsierten Wandergruppe den ohnehin schon stolprigen schmalen Pfad versperren. Der Bauer freut sich wenn der Bauch immer dicker, runder und fetter wird und führt einen zur Belohnung zu immer noch prachtvolleren Plätzen, an welchen man dann seine Körpermaße gleich nochmal und die Hälfte verdoppeln darf.
Das Einzige was mir als Almkuh vermutlich mit der Zeit ziemlich die Laune verderben würde, wäre das ständige Gebimmel der an meinem schlabbrigen Hals hängenden Glocke. Stell dir vor, du säßest Tage, Wochen, nein Monate lang im Glockenturm der Dorfkirche fest... spätestens nach einer Woche sähe ich mich dazu gezwungen (um den Erhalt meiner Zurechnungsfähigkeit inform der langsam aber sicher durchdrehenden Psyche zu gewähren) die verdammte Glocke aus ihrer Verankerung heraus zu reißen und quer über den Dorfplatz und die etwas verwundert dreiblickenden Einwohner zu schleudern - oder (die wohl wahrscheinlich klingendere Möglichkeit) ich wäre taub. Hachja, wenn mein Tagesablauf in Schlafen, Liegen, Essen, Aufstehen, 3 Schritte gehen, Hinliegen, Essen, Schlafen, und so weiter und so fort..gegliedert wäre. Wenn meine größte Lebensaufgabe darin bestünde heraus zu finden, ob mein Fell nun weiß mit braunen Flecken oder braun mit weißen Flecken ist. Ich glaub´ ich wär´ne verdammt glückliche Almkuh.
..und übrigens:
Wir lieben Gemüse - wir lassen es nur vorher durch die Kuh laufen!
Was eine beruhigende Aussage welche
der berühmte Philosoph René Descartes da bereits im 16.Jahrhundert von sich
gegeben hatte. Diese Äußerung empfinde ich tatsächlich als beruhigend, beweist
sie doch (will man der Sinngerechtigkeit in ihr Glauben schenken) dass wir
nicht bloße, im Universum willkürlich verstreut angesiedelte Moleküle sind,
welche die Fähigkeit, von einem Leben wie wir es kennen zu träumen,
fälschlicherweise als ihr Leben bzw. den Nachweis ihrer Existenz, ansehen.
Wie, das macht keinen Unterschied?
„Ich denke… Ich träume…“ …
Und ob, es besteht ein kleiner aber
feiner Unterschied.
Wer denkt ist in der Lage sich selbst
zu reflektieren und um sich selbst zu reflektieren bedarf es der in diesem Fall
unerlässlichen Anwesenheit weiterer denkenden Personen. (Niemals allein,jippey!)
Wer träumt befindet sich dahingegen
in keiner reellen Welt und kann sich somit in verschiedene Körper quasi
„einträumen“ und ist daher zwar der Fähigkeit mächtig sich zu dies und jenem zu
verändern, jedoch dauerhaft dazu gezwungen in dieser Traumwelt auszuharren.
Als Kind stellte ich mir die Frage,
ob ich nicht eigentlich die Person die in meinen Träumen als mein Ich
dargestellt wird, leibhaftig bin und dass das was ich extern meiner Träume
erlebe und wahrnehme nicht eigentlich mein Traum ist.
Wer kennt das nicht? Man träumt von
Gott und der Welt, wacht auf und nach 10 Sekunden Revue Passieren des im Traum
Erlebten, sind sämtliche Erinnerungen daran wie ausgelöscht, oft
unwiderruflich.
Vielleicht bin ich eine ganz und gar
von meinen jetzigen Vorstellungen abweichende Person und bin dessen nur nicht
bewusst, da ich dies unmittelbar und augenblicklich vergesse, sobald ich erneut
in die Traumwelt abtauche, welche ich eigentlich gewohnt bin, als „meine
Realität“ zu bezeichnen. Verwirrend, ich weiß.
Doch ich kann denken, also bin ich.
Hier nicht zur Debatte stehend wer ( das ist dann wieder eine andere
Geschichte) aber ich bin. Und sobald ich versuche meine Nichtexistenz
anzunehmen, muss ich laut J. Hintikka unweigerlich meine Existenz anerkennen. Punkt.
Und da ich – ohne eine großartige
Fachkompetenz darüber besitzen zu müssen – guten Gewissens die Aussage treffen
kann, dass ich der Selbstreflektion fähig bin, kann ich laut den Ergebnissen
der frühen Psychologie und Philosophie auch nicht nicht sein, was ein doch sehr
aufmunternder Gedanke ist.
Da darf man dem Sprichwort „Erst
denken (/sein) dann reden.“ Eine sogleich viel tiefgründigere Bedeutung
zusprechen, welche ich nun allerdings den sich hierher verirrten Lesern gerne
ersparen möchte.
Schreibt Descartes auch über einen
„möglichen bösartigen Dämon, durch den Sinne und Wahrnehmung getäuscht werden
können“ So halte ich es für gar nicht so sehr abwägig, diesen „Dämon“ als die
uns parallel zur „Wachheit“ begleitende Traumwelt zu bezeichnen, denn auch
Träume vermögen uns dauerhaft zu täuschen.
Glückwunsch an alle, die jetzt noch auf ihren Mopeds durch die Landschaft heizen dürfen - ich hasse euch.. Nachdem ich exakt einen Tag vor Saisonende noch kurzfristig meinen zweirädrigen Liebling zu einer letzten Ausfahrt bei gefühlten Minusgraden gezwungen hatte und dabei beinahe in den Genuss einer kostenlosen Rutschpartie auf der in der Regel doch durchaus vielbefahrenen Hauptstraße gekommen wäre, (Was erlauben sich diese verdammten Eisplatten, sich urplötzlich vor mir auf dem ohnehin schon nassen Untergrund auszubreiten?!! So a lá "hierhier *winkhüpf* ich will mich heute unbedingt auf die Schnauze legen!") hatte ich mich schon fast damit abgefunden, von nun an mein schwarz glänzendes Maschinchen nur noch ausschließlich aus der Garage heraus betrachten zu dürfen...und nun DAS! 18°C im Schatten. Und aus allen Ecken und Enden (gut, diese Formulierung wird normalerweise in anderen Zusammenhängen verwendet, aber wer will schon normal?) dröhnen mir die in meinen Ohren wie Musik (wunderherrlichschöne Musik!) klingenden Viertakter in´s Gehör und lassen mich sehnsüchtigst dem nächsten Frühling entgegenfiebern. Muss das sein? Macht ihr das absichtlich? Provokant mit euren Ganzjahreskennzeichen vor meiner Wenigkeit auf und ab zu flanieren? Leute bitte, das verträgt sich einfach nicht mit meiner Psyche.. Memo an mich: Schaff dir jetzt endlich so ein blödes Ganzjahresteil an!!
..und übrigens:
When in doubt, throttle!
(Zitat: Nane aus Spanien)
"Was tun, wenn die Saison vorüber ist? ...Richtig! : "
..ebensowenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wann er es beabsichtigt.
In Zeilen schreibe ich meine Gefühle nieder und umrahme diese klanglich mit den Melodien meiner aufgewühlten Seele. In solchen Momenten bin nicht ich es die schreibt, es sind meine Gedanken - ich halte nur den Stift in der Hand. Es sind besondere Momente, selten. Gefühlt wie ein einsamer Punkt im Universum, alleine sinnierend im Raum der Zeit, schön. Tatsächlich schön, ganz gleich von welcher Stimmung der Moment gezeichnet und begleitet ist, denn er ist so unglaublich intensiv. Meine Augen sind blind für die mich umhüllende kalte Welt, denn meine Aufmerksamkeit gehört einzig und allein der nass-glänzenden Tinte die dort in gleichmäßigen, gezielt angesetzten Richtungen auf das langsam vor mir aufblühende Blatt fließt, mich an sie fesselt und voller Emotionen bestückt mit sich reißt.
Später, wenn Worte dann beginnen in Tönen, Sätze in ganzen Riffs zu verschwinden - nein falsch, viel mehr von ihnen sanft wie auf Händen getragen zu werden um erneut zu sprechen zu beginnen, ist es genau diese Bindung, welche es vermag mich jeder Zeit wieder und immer wieder diesen einen Moment der unglaublichen Intensität spüren zu lassen. Ein Lied muss nicht schön sein, nicht für irgendjemanden, nicht einmal für mich. Es muss perfekt sein, für mich, denn Perfektion bedeutet in diesem Sinne nicht die Schönheit wie sie definiert wird von Menschen, welche meist nicht viel von ihr verstehen. Perfektion bedeutet für mich, dass das Lied mich exakt das spüren und in mir aufleben lässt, was ich zu diesem Zeitpunkt gespürt habe, als mein Innerstes in Form roher Tinte auf dem Blatt verlaufen- und unwiederruflich als Momentaufnahme meiner Gedanken eingetrocknet war. Es ist absolut unbedeutsam, ob irgendwer dann noch seine Unzufriedenheit dazu äußert, denn das Lied kann dann nicht mehr perfekt werden wenn es fertig komponiert ist - es ist es schon. Und nur für mich.
..und übrigens:
Du musst nicht singen können. Die gespielten Töne können noch so schräg sein. Das Englisch grammatikalisch zum Heulen. Strophe, Bridge, Refrain, Intro, Outro..völlig sinnfrei aneinandergereiht. Auch wenn die Kritiker ausnahmslos dein Lied verurteilen - sobald du durch eben dieses Lied deine eigene Seele wiedererkennst, wütend, traurig, glücklich oder wie auch immer, dein eigenes Ich in ihm zu erkennen, erneut zu erleben schaffst, ist es perfekt.