Dienstag, 2. Juli 2013

~Die Erde soll früher mal ein Paradies gewesen sein. Möglich ist alles..

...Die Erde könnte wieder ein Paradies werden. Alles ist möglich.
(Erich Kästner)


Und es lohnt sich doch.



Mit zitternden Händen und hochrotem Kopf presse ich gestresst mein klappriges Damenrad durch die sich ihrer Pflicht nicht bewusst zu sein scheinenden Zugtüren (Öffnen, warten bis Passagiere vollzählig (und vollständig!) drin sind, Schließen. So schwer? ) Richtung Fahrradabteil die drei Stufen hinauf. 
Krchzzt..! 
Türen geschlossen,   
Fahrradgestell und ich zwischendrin.
Toll. 
Lange bleibt mir allerdings nicht Zeit um ausführlich Trübsal zu blasen, denn schon stehen vier Fahrgäste um meine Misere herum und befreien mich schiebend, zerrend und drückend aus dieser eindeutig unvorteilhaften Lage. 


Und es lohnt sich doch. 


Ich liege niedergedrückt vom Berufsalltag im hohen Gras neben einer ruhigeren Landstraße und genieße die ungebremste Ansammlung an Alpha, Beta, UV- und sonstigen Strahlungen die, indem sie mir ähnlich der am Strande Barcelonas ausgebreiteten Rostbratwürste meinen Hautschutzfaktor ruinieren, zumindest den Beweis dafür liefern, dass ich mich nicht mehr im miefend stickigen Bürozimmer befinde.   
Und wie ich da so mit genießerisch geschlossenen Augen liege, vernehme ich erst leise, dann etwas lauter und wieder leise wie ein Auto an mir vorbei rollt.
Und wieder zurück rollt…
Hä, wie jetzt..? 
„Hallo, alles okay bei dir? Geht’s dir gut?“ 
Cool.   
Legt der junge Mann doch tatsächlich nochmal den Rückwärtsgang für mich ein um nachzusehen ob mit mir alles in Ordnung ist. 


Und es lohnt sich doch. 


Ich stehe an der Spitze der sich quer durch die Klaustrophobie auslösenden Gänge des Einkaufzentrums schlängelnden Menschenreihe und bekomme mit, wie sich unmittelbar vor mir ein Herr verzweifelt und sichtbar peinlich berührt, mit dem Kartenleser an der Kasse abmüht.
Traumhafte Situation:   
Vollbepackter Einkaufswagen, schnaubend wartende Menschenmasse, Karte verweigert ihren Dienst. 
Um ihn ein wenig von dieser misslichen Lage abzulenken verwickle ich ihn kurzerhand in ein Gespräch, das er dankend aufnimmt. 
Naja langer Rede kurzer Sinn: 
Um fliegendes Gemüse aus den hinteren Reihen zu vermeiden bot ich ihm an, das Geld für seinen Einkauf auszulegen und mit ihm zum naheliegenden Bankautomaten zu gehen. Die Dankbarkeit von diesem Herrn war unglaublich! 
Klar, ich kannte ihn nicht und er hätte einfach seine Sieben (-tausend) Sachen packen und von Dannen schreiten können, aber Erstens ist Geld nicht alles und Zweitens:
so viel Menschenvertrauen muss manchmal schlichtweg sein. 


Und es lohnt sich doch! 
Denn ich glaube, die Welt ist gar nicht so schlecht.

...und übrigens:
You´ll see that it is worth to stay!

Lyrics:
Here To Stay

Verse1:
Nothing lasts forever
It means now or never
Don´t look back and shut the door called past
Show your resolution
Rise your head stay sure when
No one gives a damn about that way

Chorus:
You´re here and you´re to stay
Every second of a day
It´s your right to keep that own reins in your hand
Much too long you used to wait
Hear the yell start to create
A world of dreams who give its meaning back to life

Verse2:
Voices shout from nowhere
This game isn´t over
Fight for aims you buried times ago
Who said that we´re caught we
have to banish that thought
Let illusions grow and flourish again

Chorus:
You´re here and you´re to stay
Every second of a day
It´s your right to keep that own reins in your hand
Much too long you used to wait
Hear the yell start to create
A world of dreams who give its meaning back to life

Bridge:
In the night you stare
At the sky, reach for
Stars that seem to be
More than million miles away but
It´s about to dare to
It lies in the air through
Hope and pain and sorrow
You will see that it is worth to stay

Chorus:
You´re here and you´re to stay
Every second of a day
It´s your right to keep that own reins in your hand (2x)
Much too long you used to wait
Hear the yell start to create
A world of dreams who give its meaning back to life

Here To Stay

Donnerstag, 6. Juni 2013

Wenn man vor einer Person steht, um Fassung ringend..

..und genau spürt: noch einen Satz und man heult los.

Das Gefühl, wenn alle anderen denken man müsse schon soweit sein, man selbst allerdings alles andere als das ist.
Die Angst davor andere zu enttäuschen, deren Erwartungen nicht gerecht zu werden oder sie sogar dazu zu bringen, teils bemittleidend, teils bereuend den Kopf zu schütteln.
Der selbe Blick, 
der selbe Ausdruck in der Stimme wenn ihr meinen Namen sprecht, kurz nachdem mir wieder einmal einer der für mich so typischen Fehler unterlaufen ist.
Bin ich wirklich so dumm?
Bleibt das für immer so?
Weshalb bleiben so beschissen einfache Dinge nicht bei mir hängen?
Je mehr ich darüber nachdenke, 
je mehr ich mich darin vertiefe, desto mehr wächst meine innere Wut. Ohnmächtig stehe ich ihr gegen über und all meinem angestauten Hass auf mich selbst, 
starre die Bilder an die sie mir aufzeigt, 
mich verfolgen,
jeden Tag.

Kann ich nicht einfach mein Leben lang in der Wiese sitzend auf´s Wasser starren, wie es glänzend und sprudelnd die Felsen umspielt?
Da muss man nichts für können.
Nur gucken.
Und sitzen.
Da kann man nichts bei falsch machen.

..und übrigens:
Vielleicht ist es deshalb, weil ein jedes mal wenn ich auf dich treffe, deine bloße Anwesenheit die Erinnerungen meiner quälenden Gedanken in mir hervor ruft. Wieder und immer wieder. Bis ich selbst deine damals gesprochenen Worte so sehr verinnerlicht habe, dass ich ihnen meinen vollen Glauben schenke.


Dragonforce -Holy War

Mittwoch, 5. Juni 2013

~Die Bedeutung eines Wortes ist vergleichbar mit der Sonne...

...Versteckt sie sich auch hinter einer dicken, undurchdringbar wirkenden Wolkenschicht, ist sie dennoch vorhanden.

Abstoßend ist es, dieses Spiel.
Zutiefst.
Hätte nicht so viel früher schon ein Schlussstrich gezogen werden müssen?
Mal wieder den Absprung verpasst?
Man springt nicht von bereits angefahrenen Zügen. Nicht? Und wenn doch, besteht dann nicht immer noch die Gefahr, von den rollenden Rädern erfasst zu werden?
Rosige Aussichten.

Aber auch menschlich, dieses Spiel.
Irgendwo.
Ein klein wenig.

Was ist das nur mit der Gelegenheit?
Weshalb auf einmal jetzt?
Ein großmauliges Bewusstsein plärrt „zu viel!“.
Ein kleinlautes Verlangen bringt zwischen aufeinandergepressten Lippen ein zerknirschtes „Aber..“ hervor.

Verdammt, das ist egoistisch.
Und schon wieder landen wir damit beim Menschen.
Warum muss es sich so gut anfühlen?
Schlecht. Verwerflich. Falsch.

Früher oder später platzt das Ende wie bei jeder Story zur Türe herein, unvermittelt, von Beginn her vorangekündigt.
Wir ahnten es. Wir beide ahnten es.
Vergänglich ist alles, oder warst du dir dessen nicht bewusst?

Ich glaube sehr wohl, dass du in mir lesen kannst. Nur verdrängst du das was du liest, willst der Wahrheit nicht in´s Gesicht sehen, weil was du siehst nicht in dein Bild von mir passt.
Ist es nicht so?
Schlecht. Nicht gewollt beabsichtigt.
Trotzdem ohne Widerworte schlecht.
Ich.

Im Munde verdrehte Worte lassen zwar hoffen, bilden im Ganzen aber doch nur wieder seinen ursprünglichen Sinn.
Vergeudete Zeit.
Wenn nur nicht…
Merkst du das?
Mehr kann ich dir nicht geben.
Kann ich nicht.
Würdest du eine ausgestreckte Hand entgegen nehmen ohne dich zu wundern, dass man diese nicht abreißen kann?
Obgleich dein Wissen sich womöglich mit aller Kraft dagegen stemmt?
Auflehnt gegen es.
Du musst tief in dich hinein hören.
Etwas flüstert, spricht, schreit.


Hör zu. 

...und übrigens:
 Worte kann man noch so oft verdrehen.
Und aneinander gereiht zu einem Satz wird deren Reihenfolge viele verschieden interpretierbare Varianten zu bieten haben.
Doch ihr ursprünglicher Sinn wird darüber hinaus nie verloren gehen.

So What?



Freitag, 24. Mai 2013

Du kannst es erst dann deine Meinung dazu nennen...

...wenn du es selbst erlebt hast, selbst gefühlt hast, selbst probiert hast.


Heute ziehe ich zur roten Jeans meinen violetten Pullover an, das Nutellabrot bewerfe ich mit einer dicken Scheibe Butterkäse und auf dem Weg zur Arbeit springe ich laut singend in jeden sich mir am Trottoire bietenden Busch.

Hört sich alles etwas seltsam an. Seltsam unnormal. Es sind Dinge, die wir von Kleinauf eingetrichtert bekommen zu unterlassen da sie schließlich nicht der Norm entsprechen. Aber was ist die Norm? Wer legt sie fest und wie kann sich eigentlich jemand diese absolute Dreistigkeit erlauben, das Recht an sich zu reißen in den Köpfen fremder Menschen umher zu spuken? Da bohrt sich jemand in unsere schöne Gedankenwelt und macht doch tatsächlich Anstalten, Regeln in dieses kreative Chaos einzubringen. Hallo geht´s noch?

Kommt weg vom ewigen „Das macht man doch nicht!“, „Das gehört sich nicht!“, „Das kannst mal echt nicht bringen!“
Hey, solange es niemandem schadet und keinen verletzt..weshalb dann verdammt nochmal nicht?

Mal ehrlich, passen Rot und Violett vielleicht nur deshalb nicht zusammen, weil wir es so gelernt haben? Im Übernehmen der Einstellungen unseres Umfeldes sind wir schließlich ganz große Meister.

Vor ziemlich genau drei Jahren starrte ich mit großen Augen und weit aufgerissenem Mund ungläubig meine damalige Arbeitskollegin an. Nachdem sie lange genug auf mich eingeredet hatte biss ich schließlich zaghaft in meinen ersten Nutella-Käse-Toast und war…restlos begeistert. Seither teste ich bereitwillig und mit Freuden jede Menge weiterer solch absurder Vorschläge von Menschen, die selbst einmal damit angefangen haben mussten, Lebensmittel die „nicht passten“ auszuprobieren. Ob es wirklich schmeckt, kann man dann immer noch selbst entscheiden aber die Ausrede dafür, etwas Frischluft in seine eingestaubten Vorstellungen von „schmackhaft vs.  grauenvoll“ zu pusten die da allzu häufig lautet: „Das kann doch nicht schmecken!“ beantworte ich seither nur noch mit einem appellierenden „Probier´s aus!“

„Entschuldigung, sind Sie schonmal mit Anlauf in einen Busch gesprungen? Einfach so aus Spaß an der Freude?“
Zugegeben, zum alltäglichen morgendlichen Ritual wird diese doch eher spezielle Form des sich In-Einklang-mit-der-Natur-Bringens wohl eher nicht erkoren werden. Auch wenn das Bild welches sich uns bieten würde sobald links und rechts vom Weg die Passanten wie aufgescheuchte Hennen im Sturzflug auf die Hecken zuflögen, lohnenswerter kaum sein könnte. (Okay auch die Hecken und Sträucher wären wohl nicht ganz so übermäßig dankbar für die von springwütigen, aufgescheuchten Hennen ähnelnden Passanten verursachten Dellen in ihrem einst so saftig grünem Blättergewand und würden vermutlich radikal zu aggressiven Dornenbüschen mutieren.

Es geht mir aber auch nicht darum Menschen dazu zu bringen, sich schwungvoll in den nächstgelegenen Busch zu werfen, im Mc Donalds seinen Mc Flurry mit vor Fett triefenden Fritten zu garnieren, singend in der S-Bahn herum zu tanzen…Es geht mir darum, die festgefahrenen und über Generationen eingerosteten Denkweisen aufzumischen. Fangt zur Abwechslung mal damit an euren Gehirnkrimskrams selbst zu sortieren, neu zu ordnen.

...und übrigens:

Ich will nichts beweisen. Wenn ich etwas vorzeige ist der Aha-Effekt nicht der Eure. Selbst müsst ihr es probieren und über das Ja und Nein entscheiden. Denn nur dann könnt Ihr sicher sein, dass es Eure eigene unverfälschte Meinung dazu ist. Und nur die zählt.


Adema - Do what you want

Samstag, 20. April 2013

Wenn du immer nur danach lebst anderen zu gefallen..

..gefällt dein Leben zwar den anderen, du selbst aber gehst nach und nach auf dem Weg dorthin verloren.

Für sich selbst leben. Hört sich irgendwie egoistisch an. Muss es aber nicht, soll es nicht.
Gemeint ist doch eigentlich das Phänomen der Neuzeit in welcher oft nur noch für den Schein gelebt wird den man selbst auf sein näheres Umfeld wirft. Es werden zig Fotos geschossen um sie im selben Moment ins Netzwerk zu stellen damit man der kleinen internetten Welt zeigen kann wie toll man sich auf der Spitze einer Pyramide, aufgetakelt im Nachtmilieu oder mit ausgebreiteten Extremitäten, kurz nach dem Sprung am Bungee-Seil unter der Europabrücke macht.
Ich schließe mich da nicht aus, Fotos sind ´ne tolle Sache..nur vergessen wir eventuell manchmal für wen wir diese Erinnerungsbilder knipsen.

Anderes Beispiel:
Gerade rege ich mich darüber auf, dass ich das erste diesjährige Festival (Musikrichtung Ska) verpasse und während ich noch meine Freunde versuche davon zu überzeugen mit mir hin zu fahren fällt mir auf, dass es nicht das Verpassen des Festivals an sich ist, das mich aufregt, sondern der Gedanke daran vor meinen Arbeitskollegen abermals zugeben zu müssen, dass ich schon wieder ein Vorhaben begraben musste von dem ich bereits vor ihnen geschwärmt hatte.
Bescheuerte Denkweise oder?

Na und, dann ist´s eben wieder nicht so gelaufen wie ich es anvisiert und gerne gehabt hätte.
Na und, dann kann ich eben das nun dritte Mal angekündigte Vorhaben endlich das Moped mit nach FR zu importieren wieder nicht umsetzen um es dort den Kollegen stolz zu präsentieren.
Na und, es ist mein Leben, meine Art und Weise Pläne umzusetzen, mein Ding ob ich 1-2 Wochen oder ein halbes Jahr dazu benötige.
Das ist doch mit der Aussage gemeint, mehr für sich selbst zu leben? Ich muss mich nur immer wieder daran erinnern, ansonsten hüpf ich bald nur noch von einer Regentraufe in die nächste (nicht dass das keinen Spaß machen würde) und wundere mich am Ende darüber, dass das alles so sehr auf meine Stimmung schlägt.
Hey, man muss sich doch in keine depressive Stimmung stürzen aus der Befürchtung heraus, sein Umfeld könnte es seltsam finden, dass die geschmiedeten Pläne nunmal wieder nicht verwirklicht wurden. Macht doch nix! Das ist Leben. Und wenn´s dann irgendwann endlich klappt ist´s umso toller!

..und übrigens:
Die wummernden Bässe der Musik sind oftmals die effektivste Möglichkeit, alle negativen Gedanken mit Hochdruck aus dem Kopf heraus zu hämmern.


System of a Down - Devil

Freitag, 12. April 2013

Wenn selbst die Feder in meiner Hand...

...nicht mehr zu sprechen vermag.



Gedankenlose Leere
schwebend schiebt schwerelos sich von Moment zu Moment. Punkte im Raum der Zeit und wo früher gefüllt mit Worten die Zeilen fließend, glänzend aus der Feder sich gossen, flossen regelrecht gierig die Ideen des Stillstands über weißes Papier. Zeiten verrinnen in der Sanduhr des Lebens, geben sich Schauer der Schönheit und des bitteren Bebens der aneinander gepressten Lippen zitternd die Hand. Du weißt du kannst alles ändern doch ändert sich meist nur der Plan. Es heißt du kannst es erträumen doch hast du wieder nichts getan. Glänzende Augen, die Ferne, gerichtet so weit richten über dein Leben, richten über die Zeit. Erzwingend folgt dass du fällst, bezwingst du so nur dich selbst. Belügst, trügst diesen Schein und fängst trotzdem nicht an, allein, was zu vermeiden versucht, sucht dich dann wieder auf, springst auf die Beine läufst taub vor deinem Schatten davon auf und davon denn du weißt, dass alles geht, doch es heißt, dass wenn nur in Sprüchen gelebt du zu leben aufhörst, du gehst, gehst los um verlassen deinen Stimmen zu folgen, einsam summenden Liedern dich den Zeilen zu beugen, wissend weisend den Weg. Und wieder die Leere, die Schwere verankert tief unter der Seele vereint sie Meere des Dunkeln so betrunken vor Scheinheiligkeit verweilt sie im leeren Körper, entzweit Bilder der Taten verwirrt, verraten. Ein Wimpernschlag entfernt vom richtigen Leben und doch geben die Momente dir Leben die zu sehen du nicht vermagst.
 ..und übrigens:

So leer man sich auch fühlt, die Seele spricht, nur hat man hinter all den trüben Nebelschwaden verlernt ihr zuzuhören.


Katatonia - Dead Letters