Sonntag, 15. Januar 2012

weil..

..ich dich vermisse.

Soll ich weinen, weil ich trauere
oder lachen, damit du stolz bist?
"Junge Damen weinen nicht."
Die Nachricht kam plötzlich.
Einen unvollendeten Brief fand man in der Schreibmaschine, addressiert an deine Enkelin.
Gefühlt, einen Stein, der das kleine Herz ersetzte und innen heraus an die kindliche Brust drückte.
War es Wille?
War es Unglück?
Bist du glücklich dort wo du bist?
"Er hat sich in Gottes Hände fallenlassen"
aufgefangen, hinterließen einen leeren Körper am felsigen Grund. Die selben gütigen Hände wie die deinen.
Wenn du herab schaust, lächels du?
Du hörst.
Bist du stolz?
Es sind deine Hände, die sich schützend über das Leben legen.
Es sind deine Hände, die die Schritte sicher durch das Leben tragen
und es sind deine Hände, die vor demselben Schicksal behüten werden.

Du befindest dich in einem Spiel
dessen Regeln du nicht kennst
die du nun befolgen musst

Du stehst vor dieser Welt
unfähig, ein Wort zu sagen
was bleibt noch zu sagen?
wenn deine Worte im Rauschen des Meeres untergehen
verloren gehen
einsam
im Echo der Zeit
verschwinden

Dein Herz von Selbstzweifel erfüllt
eine Träne der Verzweiflung
unbemerkt, versiegt

Dein Selbst aufgegeben
eine schwarze Gestalt im wehenden Sand
umhüllt, verschleiert, gebrochen

Deine Träume verloren
tiefste leere der Nacht
dunkel, verborgen
leise schreiend
am Boden liegend
leise fragend
Warum?


Ich hoffe, 
es war nicht deine Entscheidung
manchmal wissen wir nicht, was wir tun
und wenn doch
dann hoffe ich, 
dass es das Richtige war für dich
und dass es dir dort, 
wo immer du gerade bist
gut geht 
und du glücklich bist,
alles Gute

und übrigens:
Weine nicht, weil es vorbei ist - sondern lache, weil es so schön war.
 (Gabriel García Márquez)


Lyric:
To heaven

Verse 1:
I don´t wanna go to heaven
while I know you´re still on earth
I will never learn the lesson
do you think that it is worth?

Chorus:
Could we stand the lie
in the sense of mind
but it´s not my own issue
I would count the time
untill I know you´re there
and someday I´ll follow you..
..to heaven

Verse 2:
At least the ambiance was silent
together live ´nd together die
eternity is just a moment
only a breath which makes us fly

Chorus:
Could we stand the lie
in the sense of mind
but it´s not my own issue

I would count the time
untill I know you´re there
and someday I´ll follow you..

Outro:
to heaven
where the sky is near
to heaven
livin´without fear

when the truth appears to the publicity
the world to injustice finally disagree

to heaven
where the sky is near
to heaven
livin´without fear

when are you going to wake up, from your dream
everyday it is the same but never does it seem

to heaven

Rammstein - Ohne Dich

Freitag, 6. Januar 2012

Gewalt hört da auf...

...wo Liebe beginnt.


Und da sitzt es nun das Mädchen, weinend vor ihrem Vater. „Hör sofort auf zu weinen, sonst gibt’s gleich noch eine!“.  Es versucht krampfhaft ihr Schluchzen zu unterdrücken und die Tränen zurück zu halten. Nur mag ihr dies mit ihren 5 Jahren noch nicht ganz gelingen. Angsterfüllte Augen schauen herauf zu dem Mann, der ihr gegenüber steht und ihr mit erhobener Hand droht. Die kleinen Arme fest vors Gesicht gepresst sitzt sie wie erstarrt da, erschrocken über die plötzlich aufkommende Hitze, die durch ihre Wangen schießt. Ihre Schultern fangen an zu beben, heben sich im Rhythmus ihres stoßartigen Atems, welcher verrät, was im nächsten Moment gleich wieder ausbrechen wird. Nur nicht weinen, nur nicht weinen!


und übrigens:
Gewalt ist Analphabetentum der Seele.
(Zitat: Rita Süssmuth)


Lyric:
Leise, Leise

Strophe1:
Still, bleib sitzen auf der Liege
Strafen muss der alte Herr
schnell den Arm von deinen Wangen
gehorche,  setz dich nicht zur Wehr

weinend bleibt das blasse Kindlein
Augen auf, die Angst so groß
Wartend auf seine Vergeltung
Wissend, denn das Spiel geht los

Chorus:
Leise, Leise
Kleines Mädchen
Keiner soll dich schreien hörn
Stören dich auch diese Hände
Weißt du doch, wem sie gehörn

Strophe2:
Und das wilde Trommelfeuer
Schlägt sich weiter durch die Stirn
Weiter, weiter keine Gnade
Dienst du doch nur deinem Herrn

Haut auf Haut, spürbar die Nähe
Rot färbt sich das Kindsgesicht
Spricht in seiner Farbe für sich
Bis es aus dem Körper bricht

Chorus:
Leise, Leise
Kleines Mädchen
Keiner soll dich schreien hörn
Stören dich auch diese Hände
Weißt du doch, wem sie gehörn

Strophe3:
Zarte Wangen, kalte Wunden
Bleibt dir die Geschichte treu
Was geschehen, Jahre später
Siehst du diese Bilder neu

Schlag auf Schlag spürst du sie wieder
In der Nacht auf deiner Haut
Gebe lebe, die Vergeltung
Werden die Gedanken laut

Outro:
Und sie fließen aus der Seele
Fliehen einsam nun heraus
Sammeln sich in ihrem Herzen
Formen einen Fels daraus

Leise, Leise
Großes Mädchen
Sei dir deiner Tat bewusst
Die Vergeltung mit den Händen
Sticht das Messer – in die Brust

 Rise Against - The Good Left Undone



Dienstag, 3. Januar 2012

if you wanna see something beautiful...

...then close your eyes.

Was erlebten Mütter, die ihre eigenen Kinder fortgeben?
Was musste ein Mensch erfahren, der hinausgeht und jemandem ein Messer in die Brust rammt?
Was fühlten Jugendliche, die auf der Straße fremde Menschen zu Boden schlagen?
Was ließ ein Kind über sich ergehen, das eine Waffe mit in die Schule nimmt, um damit auf seine Mitschüler zu schießen?
Was lernte ein Gläubiger sein Leben lang, der aus Überzeugung beschließt, ein blutiges Attentat zu begehen?

Engstirnigkeit hilft hier nicht weiter, meine Lieben. Kriecht aus euren Schubladen der Gedankenablagerung heraus und versucht zu verstehen, dass manche Wege - so unergründbar sie auch scheinen mögen - in ihren Entscheidungen durchaus begründbar sind.

(Der folgende Text ist ein kurzer Auszug einer Lebensgeschichte und wurde von derselben Person geschrieben, von welcher "Feuerwerk" unter anderem handelt.)

Ein Tag wie jeder andere. (??)

Ich stehe auf, der erste Gang wie jeden Morgen erstmal vor den Spiegel. Ich blicke in gefühlsleere Augen und frage mich wie jeden Morgen, wieso ich nicht einfach mit allem aufhören kann und so Leben kann, wie alle anderen normalen Menschen. Diesen Gedanke verdränge ich gleich wieder, bloß nicht so werden wie alle, ich bin gut so wie ich bin. Zurück im Zimmer streife ich mir die Jogginghose vom Vortag über und gehe hinunter zum Frühstück. Wie immer sitzen alle anderen schon da und fressen stur in sich rein, ohne Rücksicht auf Verluste. Wie jeden Morgen schmatzt mein Stuhlnachbar in mein Ohr und ich fühle schon wieder diese pure Aggression in mir aufsteigen. „Jetzt nur nicht ausrasten, solange ein Betreuer da ist, sonst ist dein Tag wieder gelaufen, halt dich zurück bis er weg ist“ denke ich mir und beuge mich tief über meine Müslischale.  Das schmatzen wird lauter, ich genieße schon wieder den Gedanken daran, wie ich ihn gleich mit der Stirn auf seinen Teller knalle, wie jeden Morgen, damit er es irgendwann mal kapiert dass ich ihn hasse. Endlich, der Betreuer ist fertig und geht raus. Ich hebe meinen Kopf von meinem Müsli und schaue meinen Nachbar an, purer Hass steht in meine Augen. „Wolltest du nicht mit schmatzen aufhören?“  „Fick dich“ sagt er nur. Ein unverdrängbares Gefühl der Aggression drängt sich in mir auf, ich packe seinen Kopf und schlage ihn ein – zwei – dreimal auf den Tisch aus Massivholz und zische ganz leise „habe ich dir nicht gestern schon erklärt dass du dich benehmen sollst?“ Tränen in seinen Augen, ganz kurz ein Anflug von Mitleid in mir, schnell verdrängen, jetzt bloß nicht vor allen schwach machen. „Kein Wort zum Betreuer, sonst mach ich dich kalt“ – ich stehe auf,lache,  strecke mich zufrieden und räume meinen Teller weg. Ein Gefühl von Macht kommt in mir auf, - mir kann eh keiner was.

und übrigens:

Für diese heile Welt die nicht mehr meine ist
Geh nicht vorbei, schau nicht weg, stell dir vor
Du bist ich
Und kommst allein nicht mehr hier raus 
(Luxuslärm - Schrei so laut ich kann)



Lyric:
Feuerwerk

Strophe1:
Wo dein Leben noch leuchtet
zwischen Neon und Rot
wo die Glut sich verneigt
zwischen Leben und Tod
nimmt das eigentlich tödliche
nicht die Sehnsucht in´s Visier
oder die Sehnsucht nach dem Feuer
nach dem Feuer in dir
denn unsre Schatten wissen mehr
als unsre Münder es tun
und während Fäuste noch sprechen 
bleiben die Augen doch stumm
während warmes Blut rinnt
bleiben die Wangen doch kalt
denn Tränen fließen aus der Seele
fliehen vor der Gewalt.

Refrain:
Wohin die Klinge auch springt,
sie trifft, wirft dich zu Boden
so angezogen vom Asphalt
liegst du dort, blickst nach Oben
bis du aufwachst, nur die Augen
nur das Blut als Vermerk
und trotzdem leuchten diese Augen
wie ein - Feuerwerk!

Strophe2:
Du willst es nicht erklärn´
was wär wenn alles verging
Vergangenes im Zeichen ständ
Leichen im Keller verziehn´
wären die Blätter aus Gold?
in unsre Alben verpackt
unter Staub abgelegen
in Särge gepackt?
Wo die Narben noch brennen
sinken Träume in´s Meer
leer, ausgebrannt und fertig
gewogen und schwer
liegst du erfrierend am Ende
schwarz auf weiß angesichts
denn niemand schenkt dir die Farbe
nur ein Mantel aus Nichts.

Refrain:
Wohin die Klinge auch springt
sie trifft, wirft dich zu Boden
so angezogen vom Asphalt
liegst du dort, blickst nach Oben
bis du aufwachst, nur die Augen
nur das Blut als Vermerk
und trotzdem leuchten deine Augen
wie ein - Feuerwerk!

Strophe3:
Und wieder spürst du die Funken
rohes Feuer in dir
die Gier tobend und wütend
wie im Früher - im Hier
das Metall in den Knochen
eingewachsen in Fleisch
zerreißt jedes Gefühl
auch das Gefühl nach dem Preis
die Barrieren aus Fesseln
Blockaden aus Wut
lassen den Mut schnell versiegen
was dir bleibt ist die Glut
die sich im Sturm verbreitet
auf´s Neue entfacht
was schon verborgen lag
und nun wieder aufbricht in der Nacht.

Outro:
Leg deine Hände nieder
Sag, frag um Erlösung
die, die dich leiden sehn
in deiner eignen Verwesung

Leg deine Waffen nieder
nie wieder fließendes Rot
nie wieder Betteln um Leben
nie mehr Gewalt
nie mehr Tod

Bullet for my Valentine - Beggin for Mercy

Freitag, 23. Dezember 2011

Lebe im Heute..

..denn unsere Zukunft ist Morgen schon Vergangenheit.

Da begegnet man jemandem. Man erfährt etwas über diesen Jemand. Dieser Jemand weiß eine Geschichte zu erzählen. Man begegnet diesem Jemand zum zweiten Mal. Und plötzlich fangen seine Geschichten an zu leben, Gestalt anzunehmen, sich selbst zu veranschaulichen und Sinn zu ergeben. Und plötzlich umgreift einen diese Geschichte des Jemandes, mit ihren Armen aus schwarzer Farbe, wächst und zieht einen absencen-gleich in seinen Bann. Und plötzlich wird einem bewusst, dass es nicht dieser Jemand selbst war, von welchem die Worte seiner Erzählungen stammten.
 
und übrigens:
Finger weg von meiner Seifenblase!


 Lyric:
Maskenmann
Strophe1:
Weil genau Du diese Zeilen liest
und siehst wie der Text
in Buchstaben verschwimmt
mit Fragen auf deine Welt schießt
verschiebst du deine Ruine
geblieben in Schwarz
eingelebt in Routine
tattoowiert in dein Herz.
Weil genau deine Geschichte
hier zum Tränenreich wird
und einen See mit Salz füllt
verwirrt aufgibt und stirbt
ist es die Nadel, die mit Tinte
Veränderung bringt -
springt über die Haut
in deinen Körper eindringt,
singend mit einem Grinsen
wie eine Faust in´s Gesicht
bricht auf was du versteckst
springt aus dem Schatten und spricht.

Strophe2:
Blutige Zeichen der Hoffnung
stumme Schreie, "warum"
ein Name aus dem Vergang´nen
als eine - Erinnerung
bohren sich tief in die Steine
deine Mauern aus Hass
dass alles Leben fahl wird
verwelkt und erblasst
sogar die Maske die du trägst
lässt keine Augen mehr sehn
lässt weiße Fahnen im Wind
wehend untergehn´
ein schwarzes Muster aus Träumen
vernetzt Neues, es heißt
Vergangenes aufzuräumen
damit der Geist nicht verwaist.
Siehst du die Scherben am Boden
wie sie verbergen - was bleibt
befreit liegen sie schweigend
leidend in deiner Zeit.

Strophe3:
Angekommen im Leben
geben Träume doch nach
trauern dem hinterher
brechen einsam und schwach
was dir Menschen nicht geben
legen dir Schatten in´s Grab
die Schatten der, die dir nie
eine helfende Hand gaben.
Wenn du dich umdrehst,
was siehst du
fliehst du vor deiner eignen Spur
siehst du Geschichten aus Kohle
oder als Karikatur
Stur hältst du fest
presst deinen Schuh in den Dreck
willst weg von der Gosse
hältst deine Worte verdeckt
du willst vergessen, wer du bist
wer du warst, was du kennst
nur
wie soll dein Leben dich finden
wenn du vor ihm weg rennst?

Refrain:
In der Hand eine Nadel
erzählt was du nicht sagen kannst
malt die Geschichte des Lebens
malt Geschichten von Angst
schwarze Muster die zeigen
warum dein Herz noch schlägt
schwebt dort in der Brust
es schreit heraus - weil es lebt.
Celvo - Meine Welt

Dienstag, 6. Dezember 2011

Kommt meine Schäfchen...

...los kommt!

Ich lauschte meinem Bauch, der mir hungrig ein Gute Nacht Lied vorjammerte, während ich mich schlaflos im Bett herumwälzte und versuchte, die wattebauschigen Wollekugeln alias  Schäfchen einzuzäunen, die in ihrem ausgeprägt jugendlichen Übermut freudig jauchzend auf meiner Traumwiese herumtollten und jeden aufkommenden Traum zärtlich in Grund und Boden zurück trampelten. 
Frage: Was zählen Schafe, wenn sie einschlafen wollen?

Passend hierzu, kam ich in den Genuss, dem liebreizenden Gesang einer von Blutdurst angetriebenen Fliege zu lauschen, welche ihre musikalische Darbietung – ihrem Enthusiasmus nach zu urteilen - wohl nicht allzuschnell zu beenden gedachte. Ihre Vorstellung erhielt jedoch eine dramatische Wendung in ihrem Verlauf, als ich schweren Herzens beschloss, die Verpackung meines wohlig warmen Schlafgemaches zu verlassen und mit einem seit Wochen ungeöffneten Brief einer Bankfiliale - welcher wohl bereits anfing, sich in einem Akt der Verwesung, in seine biologischen Einzelbestandteile zu zersetzen - ein grausames Ende zu bereiten.

Gut, das Nirwana ist für mich nun wohl Geschichte.

Das änderte aber auch nichts an der Tatsache, dass ich mich, seit sich mein in Stricksocken verpackter Fuß, in Richtung Bett begeben hatte, vom einen bis zum anderen Bettende hoch und runter schob, mit dem letzten Rest an Hoffnung, in selbiger Nacht tatsächlich und letztendlich doch noch in das Land der Träume abtauchen zu dürfen.
Aber nein, das Kopfkino bleibt an und sendet kreativ Bilder und Melodien, welche sich mit doppellagigem Panzertape an meine Gehirnrinde festklebten, das Kissen verformt sich heimtückisch und ist zu hoch, die Matratze rächt sich nach all den Jahren und lässt mich bis zum Fußboden durchhängen, die Beine signalisieren zitternd, dass ihnen zu kalt sei...und oh wie schön ist es, morgens um 5Uhr früh vom Gesang der Vögel vor dem Fenster geweckt zu werden, wenn man zwar bis dahin noch keinen Schlaf gefunden hat, jedoch nun klar und deutlich weiß: Guten Morgen liebe Welt, du kannst mich mal!

und übrigens:
Im richtigen Moment die falschen Worte finden, super.

Lyric:
Überhaupt Sinnvoll

Vers1:
Ich spiele, die halbe Nacht durch
nur für, dieses eine Lied
die Welt, um mich herum ist ruhig
doch ich hör nicht auf, bis ich weiß wie es geht

Ich suche, die passenden Töne
die beschreiben, was ich nicht sagen kann
Schatten, bilden meine Bühne
ich bleibe hier, bis irgendwann

Refrain:
Ich seh die Lichter, dort am Straßenrand
und frag mich wie lang ich noch gehn soll
braucht die Zeit noch etwas Abstand
und ist es überhaupt sinnvoll
Vers2:
Fragen, die mir in den Sinn komm´
die zu schwer sind, zu formuliern
verwirren, machen mich benommen
kämpfen um zu bleiben, sich wieder verliern

Bilder, die sich mir aufdrängen
konstruieren, und erfinden sich neu
die Wahrheit, in den Hintergrund drängen
Realität, ganz nebenbei

Refrain:
Ich seh die Lichter, dort am Straßenrand
und frag mich wie lang ich noch gehn soll
braucht die Zeit noch etwas Abstand
und ist es überhaupt 
überhaupt

Bridge:
Was es ist
was es will
nicht vergisst
es bleibt still
was das eigentlich soll
und ist das überhaupt
überhaupt - sinnvoll

Refrain:
Ich seh die Lichter, dort am Straßenrand
und frag mich wohin ich noch gehn soll
hat die Zeit, nicht genug Abstand
und ist es trotzdem..überhaupt..sinnvoll

Philipp Poisel - Durch die Nacht

Montag, 14. November 2011

normal ist..

...dass nichts normal ist.

Wer hat behauptet, dass es gut ist, perfekt zu sein? Wer hat behauptet, dass es optimal wäre, keinerlei Makel zu haben? Und wer hat behauptet, dass Perfektion glücklich mache? Genau - Niemand! Und welcher Grund wird sich wohl dahinter verbergen? Genau - den, dass es schlichtweg nicht zutrifft!

- Was bringen einem die strahlendsten, von Sommersprossen umrandeten und zwischen hauchzarten, sanft geschwungenen Wimpern hervorlugenden Augen, wenn diese nichts als die unterschiedlichen Farbabtönungen neuester Lippenstift-Serien der Kosmetikabteilung einer überteuerten Edel-Boutique, zu sehen bekommen?
- Was bringt einem ein bis zum Zerreißen gespannter, mit Muskelsehnen bepackter, durch Anabolika, das Schlürfen roher Eier und täglichem 24-Stunden-Training aufgepuschter, jegliche anderen geschlechtsspezifischen Körpermerkmale bis zur Unkenntlichkeit verschwinden lassender, jedoch aber eine Dreijährige zutiefst beeindruckender Stahlkörper, wenn dieser nach 20 Jahren als überflüssige Hautmasse wie Pizzateig wieder vom Körper hängt und man seine Kräfte ausschließlich dazu einsetzt, sein Leben lang Eisenstangen mit zwei daran befestigten Gewichtsplatten, in die Luft zu stemmen?
- Was bringt einem die samtig weichste, den Duft von Sommer und Blumenwiesen versprühende, in der Sonne die auf die Mähne fallenden Sonnenstrahlen golden reflektierendste Haarpracht, wenn diese zwei Tage später von Läusen befallen wird und einen zum Radikalschnitt zwingen?

Kurz: Man kann das wundervollste Gesicht, den attraktivsten Körper und die tollste Fähigkeit schlechthin besitzen, wenn der Charakter fehlt, bringt einem das auch nichts.
Es sind doch die einzelnen Makel, die den Charakter des Menschen formen. Wir leben mit ihnen, regen uns über sie auf und versuchen sie dann durch positive Eigenschaften wieder auszugleichen. Würde es, keinerlei Fehler zu haben, nicht bedeuten, ein Gott zu sein? Und mal ehrlich, wer ist tagein, tagaus schon gerne mit jemandem zusammen, der "perfekt" ist? Der einem jedes Mal auf´s Neue vor Augen führt, wie unvollkommen man selbst doch ist..Mich würde das depressiv machen!
Wahre Schönheit kommt, so altklug es auch klingen mag, eben doch von Innen und obwohl wir uns manchmal nur allzugerne in Selbstmitleid wälzen, stundenlang kritisch-prüfend unser Spiegelbild im Schaufenster einer Fußgängerzone betrachten und beim zehnten fehlgeschlagenen Versuch, einen Text flüssig und stotterfrei jemandem vorzutragen, am liebsten Reißaus nehmen und durch´s nächstbeste, naheliegenste Abflussrohr in die Unterwelt der Vergessenheit untertauchen würden, um dort den Kanalratten hingebungsvoll beim Schachspielen zuzusehen, bleibt uns doch zumindest immer noch Eines: perfekt unperfekt zu sein!

und übrigens:
Du denkst wohl du wärst was besonderes?
tja, damit hast du absolut recht!

Lyric:
UNperfekt!

Vers 1: 
Das Leben kann so hart sein
Wenn du es nicht anders willst
Das Leben kann so schwer sein
Wenn du es mit Tränen füllst
Ich brauch nicht lang zu suchen
Wenn ich nen Fehler finden will
Wenn´s darum geht zu schweigen
(dann) bleibt keiner von uns still

schau dich doch um
siehst du dass irgendwas vollkommen ist
und
dreh dich zurück
merkst du dass du hier nicht alleine bist?

Refrain: 

Nichts ist perfekt
Nichts ist perfekt
Es ist normal...
Unperfekt!

Nichts ist perfekt
Nichts ist perfekt
Es ist so gut...
Unperfekt!

Vers 2: 

Es könnte alles besser sein
Und trotzdem ist´s okay
Der Drang zum Pessimismus
Ist was ich nicht versteh
Wir brauchen doch nur grinsend
Durch den Regen zu spaziern
Um den anderen zu zeigen:
Leben muss man nicht studiern

Bleib einfach stehn
Lauf vor dem Spiegelbild nicht weg
Wie
Soll man das Gute sehn
Wenn du dich jeden Tag versteckst?

Bridge: 

Die Welt könnte noch runder sein
Im Himmel noch mehr blau
Die Sonne könnt noch heller scheinen
Die Straßen bunt statt grau
das Konto dürft noch voller sein
Das brauch ich doch so sehr
Gib mir noch mehr von Allem
komm bitte 

bitte, bitte etwas mehr!

Refrain: 

Nichts ist perfekt
Nichts ist perfekt
Es ist normal...
Unperfekt!

Nichts ist perfekt
Nichts ist perfekt
Es ist so gut...
Unperfekt!

UNperfekt!

Caspar - So Perfekt


Freitag, 28. Oktober 2011

wenn schon falsch...

...dann richtig.

Manchmal tut man das Falsche, um danach heraus zu finden, dass es das Richtige war. Manchmal tut man das Richtige, um danach festzustellen, dass es das Falsche war
und manchmal tut man einfach gar nichts und stellt fest, dass das Dümmste, das man tun kann ist, überhaupt nichts zu tun, da man so nie erfährt, ob etwas richtig war, oder falsch.

Ich habe jemanden verletzt, indem ich die falsche Entscheidung traf. Natürlich musste es dabei genau denjenigen treffen, der am wenigsten Schuld daran trug. Dass das nicht besonders Gentle(wo)man-like war, zeigt mir bereits jeden Morgen - nachdem sich der Alarm des Weckers sanft in meine Traumwelt eingehämmert hat (sensibel wie ein Presslufthammer) - das allzeit bereite und stets pünklich erscheinende Schlechte Gewissen, indem es mich kontinuierlich mit wieso-weshalb-warum-Fragen bewirft und das mit einer Ausdauer, um die es sogar ein mancher Hochleistungssportler beneiden würde.

Aber genau diese falsche Entscheidung machte mir bewusst, dass ich mich wohl schon viel zu lange auf dem  so oder so falschen Weg befand, welchen ich bereits vor einiger Zeit - teils in positivem Vertrauen, teils aus Naivität - eingeschlagen hatte.
Wieso ist damals allerdings keiner auf die Idee gekommen, beschriebene Weggabelung mit Schildern zu kennzeichnen, auf denen die banalen Worte "Ja" "Nein" mit neongrüner Leuchtfarbe gepinselt wurden?
Tja, da dies nunmal nicht allzu typisch zu sein scheint, bleibt dem Menschen wohl nichts anderes übrig, als peu à peu darauf los zu stolpern - auch wenn man im Rückblick bemerken sollte, dabei lachend in die nächstbeste Falle gesprintet zu sein.
Aber Irren ist menschlich! Und wer ist schon fehlerfrei?
Was heute nicht richtig ist, kann  morgen schon ganz falsch sein und machst´ es gleich falsch, isses am Ende auch nicht richtig..

Es fühlt sich trotz alledem schlecht an, für sich selbst im Endeffekt das Richtige gefunden zu haben, während die zweite Person im Spiel unter den Folgen dessen zu leiden hat. Da zwängt sich doch die Frage auf: Gibt es überhaupt ein "Richtig"? Und was bitteschön ist dann ein "Falsch"?
Ist das Falsche, das man aus den richtigen Gründen getan hat noch immer falsch? Und verdammt, weshalb ist unsere sonst doch so kreative Spezies noch nicht auf die Idee gekommen, ein Patentrezept zu entwickeln welches verspricht, jemanden aus genau dieser Mühle namens "Zwick" heraus zu angeln, um daraufhin erneut die Optionen aufzuführen, die ein möglichst schmerzfreies Happy End, beider an der Situation beteiligten Seiten garantiert?

und übrigens:
Sometimes the hardest and the right things are the same.
The Fray - All at Once


Lyric:
To explain


Intro:
You call it a begin
For me it´s distress
You call it everything
For me it´s too less

Verse1:
Maybe I knew it right from the beginning.
I heard their laughter from all sides.
I didn´t believe – no chance of winning
Your good faith faded out the lies

Why did you miss the deeper insight?
I thought it was obvious enough
When I tried to clear your mind
You acted blind like off-the-cuff

Nevertheless you didn´t stop us from going
Now you realize: I was right
Thanks for attempting, you were unknowing
The only rub: It wasn´t your fight

Chorus:
It´s not easy
to explain what´s happened
to tell the reason: why?
It´s not easy
to bring it to the end
while I see your crying eye

Verse 2:
Yah, I´ve made an hurtful mistake
But I can´t honestly regret what I did
I´m sorry to hurt you, and for your dreams I break
But at least I found the truth in it

Even if I would apologize
I´m sure you wouldn´t accept
My words wouldn´t be more as a thin disguise
But I don´t deny my debt

You´ve already shown me out of the door
And deservedly so
I don't know whether it makes sense anymore
For us - for all I know

Bridge:
Would I feel the same
If I were born different?
Would I feel that shame
If we´d dared us till the end?
Would I ask this here
If I wanted to try it one last time?

Verse 3:
Well, please understand when I say
I won´t give up myself ´nd wait
I´ll continue to hope to find it someday
My mind´s language I can´t translate

I´m aware that I´ve forsaken you
But you can´t lay all the blame on me
The things you say, the things you do
Won´t tell me how I want to be

this may sounds very selfish now
Perhaps it´s also or it´s betrayal
Don´t instruduct or tell me how
Even If I don´t know my way

Chorus:
It´s not easy
to explain what´s happened
to tell the reason: why?
It´s not easy
to bring it to the end
while I see your crying eye
The Fray - All at Once