Samstag, 18. April 2015

"..aber wenn nicht alles kacke ist..

..dann muss doch irgendetwas gut sein..?"

Und wieder einmal veranlasst die nächtliche Stimmung meine Wortgedanken dazu, deprimiert in einen Raum der schweigsamen Stille hinein zu flüstern, wo sie vom Putz der leeren Kalkwände als leise verhallendes Echo abprallen und in´s Dunkle entschwinden - als seien sie nie gesprochen, nie gedacht, nie existent gewesen.
Wie der Schatten bedingt durch die Gunst der Sonne auf die Straßen gepinselt wird, so ist das Gemüt bedingt durch die in Dur oder Moll fließenden Klänge meiner Gedankenflüsse gezeichnet und zu dieser späten Stunde unter dem Flackern eines unruhig im Luftzug tänzelnden Kerzenlichtes neu ausgelegt.

Ich brauche Luft, jetzt. Luft zum Beatmen meiner in der Stadtpest verwesenden Lungen.
Himmel zum Spüren der Freiheit, der echten Freiheit.
Weit weg, fern jeglicher Menschenseele und als Einzelgänger sämtlicher Seiten meiner selbst machtlos ausgeliefert. Gefährlich, erschreckend, befreiend.
Ob das den Preis wert ist? Ist es möglich überhaupt, sich selbst zu finden? Sich zu sehen, zu verstehen? Das Sich fett unterstrichen und umrahmt mit rot!

So oft nur das Schlecht gesehen. Der unverbesserliche Pessimist (gerne gepaart mit stolzer Unbelehrbarkeit). Doch behaupte ich, ist nie alles schlecht - und wenn nicht alles schlecht ist, so muss doch irgendetwas gut sein? Gut - oder zumindest nicht ganz so scheiße.

Bevor meine Augenlider das Siegen der Nacht verkünden, hauche ich der noch immer vor mir tanzende Kerze das Leben aus.
Wie sie ihre Schatten wirft, so kleidet sie das gesamte Zimmer aus.
Dunkle Leere oder leere Dunkelheit - unbedeutend, schattenlos.
Die Nacht herrscht vor. Kriegrische Kontrahentin des Tages, verhüllt in die Schattenschwingen des Mondes.
Und ich starre weiter alleine Löcher in die tiefe Nacht hinein.


..aber übrigens:
Wo Schatten ist, da ist auch Licht!
Sie können nicht anders.

Nord Frost - Schwarzwald I

Dienstag, 24. März 2015

Ich habe es versteckt..

..und irgendwann selbst nicht mehr gefunden.

So viel Falschheit.
So viel gespielte Inszenierung.
Ich, ein Teil vom Ganzen, mitten drin.

Abstand halten, Abstand nehmen, nur ganz, wie?
Ich kenne einen der macht es richtig. Nicht immer okay, aber vollkommen ehrlich.

Türen aufhalten, Hoffnung machen, fallenlassen - aus Angst oder Faulheit.
Fast schon anmutig.
Oder doch vielmehr anmaßend?
Falschheit, so kennen wir´s, so mögen wir´s.
Fein vorgeraspelt, durch die Presse gezogen und hinterher passiert. So muss man die zähe Wahrheit nicht mehr kauen. Schlucken was fertig angerichtet auf Goldtellern präsentiert serviert wird.
Vorverdaut ist bald nicht mehr genug.
Er macht es richtig. Nicht immer angenehm, aber immerhin ehrlich.

Gespielt muss es sein. Erwartungen wünschen erfüllt zu werden. Durch und durch erstunken und erlogen.
Da pressen wir uns eigenhändig noch mit Brech- und Stemmeisen in Rollen hinein die uns zwar um´s Verrecken nicht behagen... "aber ich muss doch, die denken doch sonst..."
Unabhängigkeit? Freiheit?
In gewissem Maße sind wir immer abhängig.
Aber Künstler verändern Rollen, folgen als Akteure dem Ruf ihres Namens, sind Handelnde!

Wir müssen es nicht für jeden angnehm machen, nicht für jeden richtig.
Ehrlich muss es sein.
Aufrichtig gegenüber jenen, die wir aus Angst, Faulheit oder aus welchen verkorksten Gründen auch immer von der oft bitteren Wahrheit verkrampft fernzuhalten versuchen.
Und in erster Linie uns selbst.

(C.Baiker)

..und übrigens:
Gefunden zu werden bedeutet nicht sein Versteck aufgeben zu müssen. Es bedeutet vielmehr sich nicht mehr verstecken zu müssen.

5 Finger Death Punch - Never Enough

Freitag, 2. Januar 2015

Bis die Lüge selbst..


..sich für wahr hält.

Ich übe Druck auf meine Knöchel aus bis sie knacken.
Du hörst es nicht, schläfst.
Werfe in Gedanken die halbvolle Flasche Bio Limonade abwechselnd gegen die Wand und auf den Boden, muss die durch die Wut aufgestaute Kraft irgendwo entladen.

Lasse es bleiben, beiße die Zähne zusammen.

Ich kann mich nicht ändern nur weil Du es für richtig hältst.
Komme ich Dir in allem was ich tue so jung vor?
Komm schon.
Was ist das was Dich noch hier hält? Ja, noch.
Ich glaube, dass es nicht das ist was Du suchst, was Du willst. Hättest Du es mir sonst nicht längst gesagt?
Ich will kein Mitleid – für was? Ich will Akzeptanz. Nur das.
Ich bin seltsam, ich weiß. Es ist okay, wenn Du mich so nicht willst. Sag es mir nur bitte dann – und nicht erst, wenn Du mir jeden Makel vorgeführt und analysiert hast.
Auch wenn es nicht so scheint und ich vieles dafür tue die Welt vom Gegenteil zu überzeugen, auch ich bin verletzlich.
Hilflos gerade, traurig?

Wut.

Und dann ist es wieder vorbei, richtig? Noch bevor es überhaupt tatsächlich beginnen konnte. Gefühle im Keim erstickt, bloß nicht fallenlassen, Kontrolle behalten.
Mag seltsam klingen für Dich, unreif. Für mich aber ist das normal, schon immer so. Brauchst  Dir das auch nicht zu geben. Aber sag´ s dann, bitte.
Bin ich Dir zu jung? Zu bunt? Zu aufgedreht? Zu verklemmt? Anstrengend? Unmodisch? Findest Du mich attraktiv, hübsch – auch wenn ich mich gegen die von Fremden als modisch deklarierten Stofffetzen wehre? Mich absichtlich nicht gerade preisgebe? Es gibt genug derer, die das viel zu sehr tun.
Ich will zeigen auf welche Art von Musik ich stehe, dass ich keine Anhängerin dieser kopflosen, fremdkomponierten Musikmode bin, bei welcher prallbusigen Spargelstangen Töne in den Mund gelegt werden, die diese dann nur noch auf den Weltbühnen mit lieblichem Augenaufschlag in die Kamera zu kotzen brauchen um sich ihrem Traum vom Ruhm und Reichtum zu bemächtigen.

Und bevor jetzt gleich rumgeheult wird: ja, es existieren auch gute Lieder dieser Richtung, die sogar vom Künstler selbst niedergeschrieben und von echten (!) Emotionen in seinen Melodien widergespiegelt sind.


Ich mag´ s SO, akzeptier´ s.


Falls Du ein Vorzeigepüppchen formen wolltest muss ich Dich enttäuschen. Kein "leider", sondern mit einem überzeugten Ausrufezeichen.
Ich fühle. Muss aber nicht´ s heißen – kann´ s aber.

..und übrigens:
Wenn Stolz und ehrliche Überzeugung den Zweifel und die Peinlichkeit besiegen.
Dann - und nur dann.


Allen Lande - Judgement Day

Montag, 27. Oktober 2014

Je weniger gesprochen wird..

..desto mehr wird gehört.

Stil(l)leben.

Ich sah ferne Lichter vom Nebel verzerrt, Geheimnisse mir zuflüsternd, doch nur einen Hauch davon verratend.
Ich sah, hunderte Jahre bevor, im Schweiße bis zum Tode aufeinander getragene Steine, verschwindend im Dunst des frühen Winterboten.
Ich sah einen violett-blauen Schimmer der sich schüchtern seinen Weg durch die schweren Vorhänge der beinahe unberührten Schwärze des Himmelzeltes sucht, sich seiner mächtigen Kraft nicht im Geringsten bewusst.
Und ich sah verschwommene Konturen und Silhouetten die jeglichen aufkeimenden Schatten verschlucken, nicht bedrohlich, dennoch dominant.

Diese von absoluter Stille belebte Kulisse beherrscht die Stunden der wahren Kunst -

Nacht.


..und übrigens:
Die größten Ereignisse, das sind nicht unsere Lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.
(Zitat: F.W.Nietzsche)

Epica - Design your Universe

Dienstag, 21. Oktober 2014

Versuche zuerst Du selbst zu sein..

..bevor Du dich von der Werbung korrumpieren lässt.

So viel Scheiße.
So viel gequirlte Scheiße die über den Tag verteilt auf unser Hirn einprasselt.
Reizüberflutung vom Feinsten - doch wir schaffen es zielgenau herauszudestillieren, was uns noch kaputter macht als wir ohnehin schon sind.
Fressen mit Freude, begierig und mit weit aufgerissenen Mäulern die Exkremente der Gesellschaft, deren Anzugnähte nahe dem Zerreißen gespannt über ihren wohlgenährten Bäuchen aufliegen.
Nehmt was wir vor die Türen kehren, nehmt unsere Güte an, schluckt den Staub unter den Teppichen und leckt den Dreck von unseren Schuhsohlen ihr armen Schlucker! Nehmt mit Dank unsere Barmherzigkeit entgegen und empfangt die unendliche Güte, welche Euch zuteil wird.

Hechelnd und schwitzend vor geheuchelter Demut kriecht der Anzug seinem Herrenanzug nach. Mit den jungen Knien den Fußboden blank polierend.
Wie jedes Jahr.
Nach Lob und Anerkennung heischend. Anerkennung vor Allem.
Bleibt aber aus, wie jedes Jahr. Tragödie!
Und der Lohnzettel schreibt für ein weiteres Jahr nur den fünfstelligen Betrag.
Armer Schlucker.
Aber der Fußboden bleibt weiter blank poliert.

Ich hätte doch so dringend gebraucht..und Das..und Jenes..
Gezwungen von der medienlastigen Großfabrik, unterworfen den von der Werbebranche erfundenen neurotischen Zwängen zu erliegen.
Bloß nicht zweifeln und auf gar keinen Fall fragen - Nicht auszudenken welch folgenschwere Entscheidung es bedeutete, gar anfangen wollen zu denken!

..und übrigens:
 (..) aber ich habe nie den Glauben verloren und spätestens wenn Gras über unsere Häuser wächst, Bäume durch den maroden Asphalt dringen und Bäche sich ihren Weg über Grenzlinien hinweg suchen, 
wird alles wieder gut.

We just didn’t want to save the world
Kategorie Gute Werbung - Donnerstag, 10. Dezember 2009
Weihnachten 2020: Merkel, Obama und Sarkozy erzählen Ihren Enkeln die Geschichte: Wie wir kurz einmal versucht hatten, die Welt zu retten. Ach ja, das ist ja jetzt Eure.

Eddie Vedder - Society

Dienstag, 5. August 2014

doch die Sonne wird weiter jeden Morgen aufgehen..

..ob Du sie siehst, oder nicht.

Ich würde Dir nur so gerne sagen, dass alles gut wird.
Aber weiß ich denn, ob das so ist? Alles gut seit wird?
Sage ich das, um mich selbst zu beruhigen? Mir selbst etwas einzureden, irgendwas, damit diese Schwere für einen kurzen Augenblick aus meinem Körper schwindet?
Weiß ich denn ob du mich verstehst? Du siehst doch nur alles hinter einem Schleier fremder Einflüsse die auf deine Nervenbahnen im Gehirn abzielen. Sie steuern. Dein "DU" zu einem "Irgendwer" machen.
Irgendwer anderes.
Sicherlich hörst du was ich sage, du antwortest schließlich.
Sicher, Du  siehst wie ich mit rot verquollenen Augen vor Dir stehe, müde, die Tränen nur mühevoll zurückhaltend um dich nicht zu erschrecken. Vergeblich.
Verstehst du?
Was, wenn das was Du gerade erlebst, in´s Gegenteil umschlägt?
Wenn das Überhoch in ein Abgrundtief übergeht?
Ich sehe dunkle Wellen über deinem schutzlos wirkenden Schatten zusammenschlagen. Finde keinen Schlaf. Wie lange schon? Ich weiß es nicht.
Das passiert alles nur in Deinem Kopf. Nicht real! Nicht echt! Leere.
Schwärze. Aussichtslosigkeit, Schmerz. 
Ich will das nicht! Warum Du?!
Ich will bei Dir sein, habe Angst davor, es nicht zu schaffen, fühle mich schäbig, schlecht, schwach.
Diese Angst.
Nicht vor Dir, nein, vor dem was hier passiert.
Angst um Dich.
Ich will bei dir sein - aber ich darf es nicht. Die Besuchszeiten unterliegen strengen Vorschriften.
Ausrede.
Bleib stark, bitte. 
Ich bin bei Dir.
Immer!

..und übrigens:
Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden.
(Georg Christoph Lichtenberg)



Montag, 4. August 2014

Aber es ist ja..

..der glücklichste Tag deines Lebens.

Der glücklichste Tag deines Lebens.
Du schreist es heraus, lauter, immer lauter. Winkst euphorisch über der herabgelassenen Fensterscheibe des Klein-PKWs den Passanten zu, die sich erstaunt zeigen über solch ungewohnte Freundlichkeit eines für sie unbekannten Menschen.
"Ich wollte die Notbremse ziehen im Zug, er hält nicht in unserer Stadt."
Konsequenzen? Einfach davonrennen, sagtest Du.
Das war Dein Plan. Abgeschaltenes Denken, keine Konsequenzen.
Ich muss dem Kind erklären, was daran falsch gewesen wäre.

Aber es ist ja der glücklichste Tag deines Lebens.
Was ist da schon ein Geldbeutel voll bunten Scheinen den du mir aus der Hand nimmst und der geduldigen Kellnerin als Trinkgeld in die Hand drückst?
Das Kind erzählt eine Geschichte von Äpfeln, Wildschweinen und Biebern. Lange. Zum Ende kommt es nicht, wir sind abgedriftet.
Überglücklich schreist du heraus und hältst erschrocken die Hand vor den Mund. Der kindliche Blick schweift zu mir und drückt aus, dass Du zumindest kurze Zeit reflektiert, sinnvoll nachgedach hast.
So sind Kinder nunmal.

Und immernoch befindest Du Dich auf einem emotionalen Hoch. Dies ist schließlich Dein Tag! Dein schönster Tag des Lebens.
Das Kind besteht darauf, diesen besonderen Tag mit einem Tanz zu beenden. Keiner mag sorecht. Du überzeugst uns, also fassen wir uns zu siebt an den Händen und tanzen im Kreis um einen Busch herum. Du singst begeistert.
Die breite Automatiktüre die zum Empfangsbereich führt öffnet und schließt sich und Menschen die über die Schwelle treten beäugen uns amüsiert, verdutzt, lachend.
Kinder rufen diese Reaktion oft hervor.
Aber Du bist kein Kind.
Du bist erwachsen.
Und die Angst, vor dem was gerade mit dir geschieht kratzt unaufhörlich an mir.
Das bist nicht Du!
Ich erkenne Dich nicht mehr wieder habe Angst, vor dem was als Nächstes kommt.
Noch mehr Therapien, noch mehr Psychopharmaka, noch mehr Tränen noch mehr Angst.
Bitte werde wieder Du!
Bitte, werde wieder DU.


..und übrigens:
Inmitten von "Alles wird gut" und "Ich habe den Mut" steht ein "Bitte komm zurück" in der Farbe von Blut.
(Casper)
 


Montag, 7. Juli 2014

Was man nicht im Kopf hat..

..kann man nicht in Worte fassen.

Es ist vollbracht, ich hab´s überlebt. 
Ein bisschen zumindest. 
Wo mein Gehirnareal das sich für Entspannung und Erholung zuständig fühlen sollte verblieben ist muss ich zwar erst noch herausfinden, aber das arme Ding wird wohl ingendwo auf der Strecke kotzend und hechelnd liegen geblieben sein. So a la "Lass mich hier zurück, Du musst das für uns beide schaffen!" (dramatische Moll-Klänge eines auf sein Piano einhämmernden Künstlers)
Ich hatte tatsächlich, als sich die Prüfungen schleimig wie ekelerregend über die Türschwelle zu schieben begonnen hatten, sehr viel getan. 
Schade nur, dass nichts von all dem auch nur im Geringsten mit den mich böse aus der Zimmerecke anstierenden Lernunterlagen zu tun hatte, aber heh, die Wohung war noch nie zuvor, bis in die engste Niesche, so übertrieben strahlend sauber gewesen.
Auch neue Erkenntnisse wurden  mir währenddessen offenbart, so war mir bis dato nie bewusst gewesen, von welch unglaublicher Wichtigkeit es ist, auch Steckdosenverlängerungskabeltrommeln oder Gewürzdosedeckelinnenseiten zu reinigen!
Das sind Lebensverändernde Einsichten von denen ich mir nicht auszumalen getraue was passieren hätte können, hätten sich diese mir nicht offenbart...

Ein (vorerst) letztes Mal werfe ich meinen Blick zurück in das Rudel an Mitstreitern. 
Fertige, kaputte Gestalten die zombieähnlich die Schulflure entlang kriechen. Rote, tränende Augen. Verfilzte Haare die lustlos an geschafften Körpern herabhängen - sogar zu antriebslos dafür um in sonst einer irgend möglichen Form eine sinnvolle Struktur anzunehmen.
Ein bisschen vermisse ich diese Zeit jetzt schon. 
Aber es geht weiter.


..und übrigens: 
Und nun muss ich nur noch darauf achten, nicht über meine am Boden hinter mir her schleifenden Tränensäcke zu stolpern. 

Amon Amarth - Warriors of the North


Mittwoch, 30. April 2014

Es sind weder Diebe noch Banditen..

...die wir dort vor den Stacheldrahtzäunen und Mauern stehen sehen.

Türe auf, Klappe zu die Erste.

"Hallo. Du haben Geld? Ein bisschen?"
Ein leidvoll bittendes Augenpaar stiehlt sich über die Türschwelle hinweg in unseren Hausflur und lässt gekonnt ein Gefühl von Mitleid in mir aufkeimen. Mitleid - jedoch mit bitterer Beimischung eines Quäntchen Ablehnung, denn das in meinem Innenleben an Emotionen herumstochernde Augenpaar steht bei Gott nicht das erste Mal vor mir. 

Ich lehne es ab, an der Türe Bettelnden Geld zu geben - landet selbiges wahrscheinlich später doch nicht bei ihnen selbst, sondern in den Händen zwielichtiger Oberhäupter verschiedener "Organisationen", welche Menschen damit beschäftigen, von Haus zu Haus zu rennen und den Besitzern dieser, ein schlechtes Gewissen vor die Füße zu schmeißen.
Ich verlasse den Flur, heiße sie zu warten und kehre nach einem Abstecher zu unseren Küchenvorräten zurück in den.. ne, in den Flur komme ich schon gar nicht mehr, da die Dame bereits lautlos in die Küche vorgedrungen war und nun interessiert, als hätte ich sie zu einer Vernissage geladen, den Inhalt dieser beeugte.
Mitleid schön und gut, aber HALLO?
Nun gut, ich hätt´s eigentlich ahnen müssen. Hat sich schließlich auch nicht das erste Mal so begeben. Wiederholungsfehler, passiert.
Schnell klaube ich 3 Bananen und eine Orange zusammen und versuche sie rückwärts wieder Richtung Haustüre zu drängen, da beginnt sie doch tatsächlich auf dies und jenes zu zeigen und begleitet ihre eindeutigen Gesten mit einem auffordernden "bisschen das", "bitte, das auch gut" usw. Ich überlege sie zu fragen, ob sie nicht einfach den ganzen Kühlschrank mitnehmen möchte? Sollte ich noch Räder daran schrauben, damit er einfacher zu transportieren ist?
Als sie dann noch auf die vom letzten Einkauf übrig gebliebenen, einladend auf dem breiten Eichentisch platzierten 10 € hindeutet wird es mir zu blöd. Bemüht um Fassung erkläre ich ihr mit einer in der Temparatur um mindestens 15°C gefallenen Stimmlage, dass sie nun bitte gehen solle.

Türe auf, Klappe zu die Zweite.

Mein leidvoll blickendes Augenpaar stiehlt sich über die Türschwelle hinweg in den Hausflur einer mir fremden Person und mit genug Übung schaffe ich es dieses Mal hoffentlich, das Mitleid und schlechte Gewissen der vor mir Stehenden zu erregen.
Noch vor ein paar Sekunden hatte ich an die Dame denken müssen, welche vor etwa zwei Jahren in meinem Heimatland, aus welchem ich mit so vielen anderen gezwungen war zu fliehen, von Tür zu Tür gewandert war, bittend um Geld. 
Sie wird damals wohl genau so viel besessen haben wie nun ich - Nichts.
So schnell ging alles. So unglaublich schnell und von heute auf morgen standen wir da. Gezwungen, alles aufzugeben was uns lieb geworden war und zu fliehen, mit nichts bei uns als den Kleidern die wir trugen.


..und übrigens:
Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung  ihrer Kinder.
>>Dwight D. Eisenhower<</x/details.png

Dienstag, 8. April 2014

Erst stirbst du..

 ..doch dann lebst du weiter. (Rammstein)

Wut, tiefe Wut.
Am liebsten würde ich sie aus mir heraus reißen, tief in mein Fleisch schneiden um dieses Gefühl wie eine sprudelnde Quelle aus mir heraus fließen zu lassen.
Rot heraus spritzen würde sie aus mir und ich wäre sie los. 10 Minuten? Absurd.
Hass.
Hass auf mich,
Hass auf Dich?
Hass darauf, dass mir schlecht wird, mir der Appetit vergeht wenn ich daran denke, an deine Worte denke.
Mit rostigem Draht könnte ich, will ich, mich fesseln, die Gefühle die ich verspüre in ihrem hässlichen Ausmaß übertreffen, damit ich sie vergessen kann. 
Für immer.
Den hässlichen Schmerz vergessen der mich von innen heraus lähmt, mich verrückt macht.
Heraus reißen will ich diese Gefühle, Gedanken, den Hass, die Wut, die Verletzlichkeit!
Bis nichts mehr übrig bleibt,
ich nichts mehr fühlen muss, 
außer tiefe Leere. 
Nichts.