Dienstag, 14. August 2012

Marina di Massa, Italien 1.8. -4.8.12


Geplante 6 Stunden haben sich mal eben zu beachtlichen 9 Stunden ausgedehnt, aber wenn sich nach 6 Stunden so langsam am Allerwertesten Druckgeschwüre anzubahnen drohen, machen´s die 3 Stunden hin oder her als Zugabe ja nu auch nicht mehr groß aus, richtig? Falsch! Schuld an dieser unfreiwilligen dekubitusfördernden Tankverschwendung sind zum einen mein bockwurstähnlicher Orientierungssinn, der mich aufmerksam und stets zuverlässig in Momenten meiner absoluten Verwirrung daran erinnert, dass ich ihn nicht habe - und andererseits die extreme Sparsamkeit, mit welcher Italien seine Straßen mit Schildern zu schmücken pflegt (gibt´s da Parallelen zur Finanzkrise?). Aber da hier so oder so jedermann auf Verkehrsregelungen einen (hierzulande) trockenen Dreck zu geben scheint, versetzt diese Gegebenheit mich auch nicht mehr allzusehr in Verwunderung. Der optimistisch gestimmte Rat einer deutsch-sprechenden Italienerin (nachdem ich – zu diesem Zeitpunkt bereits nur noch auf den letzten Tropfen meines Resttankes fahrend – 10km weit einen Berg hochgetuckert war, mit der stetigen Befürchtung, genannter restlicher Tropfen könnte ebenfalls im Nirwana verschwinden und mich dazu zwingen, ganz nach dem Motto „wer sein Moped liebt, schiebt.“ Dazu gezwungen sein, mein Maschinchen an den Hörnern zu packen und sie die übrigen paar Kilometer bergauf zu schleifen, in der Hoffnung, auf der anderen Seite bergab bis zur nächsten Zapfsäule rollen zu können) lautete - nachdem sie mir grinsend an höchster Stelle des Berges angekommen, zu verstehen gab, dass hier Endstation sei (hurra-.-) – Ich solle mich glücklich schätzen, sobald ich ein meiner Route zusprechendes Straßenschild aufgetrieben habe (einfangen und nie wieder los lassen!!) und daraufhin in einer sagenhaften Gutgläubigkeit die nächsten 20-30km darauf vertrauen, dass mein Gefühl bei allen weiteren Abbiegungen schon richtig sei, da Straßenschilder hier wohl zu einer enorm vor dem Aussterben bedrohten Spezies gehörten. Klasse. Vor allem wenn man sich in dem unscheinbaren, kleinen Metropölchen namens Milano befindet. Ich für meinen Teil habe jedenfalls eine pervers lange Stunde damit verbracht, mir einen Ausweg aus dem stickigen Gemisch aus höchst enthusiastisch lenkenden Kleinwagenbesitzern, beim Gehen einschlafenden Zebrastreifenüberquerern und anderen höchstwahrscheinlich seit Jahrzehnten durch den TÜV gerasselten 4- und 2-reifigen Umweltverpestern, zu bahnen.
Naja zumindest war ich auf diesem zugegebenermaßen etwas zu zeitlich ausgedehnten Teil meiner Tour wieder dazu befähigt, die digitale Geschwindigkeitsanzeige zu entziffern, die sich den Tag zuvor heimtückisch hinter dem sich vor mir in leichter Schräglage emporreckenden Turm  von Pisa aka. Tankrucksack, versteckte.
Wäre in dieser Verkehrsregelungenmeidenden Kultur aber wohl auch egal gewesen.

(Beginn der Alpennin-Berglandschaft, Italien) 

und übrigens:
Ich glaube man hält sich hier automatisch am besten an die Regeln, indem man auf sie scheißt.

Mein Motto bewährte sich trotz all dieser Strapazen langsam aber sicher (auch wenn mir die direkte Variante aufgrund der schweißtreibenden Temperatur doch lieber gewesen wäre – es fühlt sich nicht unbedingt so genial an, wenn man in der luftdichten Lederkluft auf einmal zu Schwimmen beginnt). So bin ich doch zumindest in den Genuss einiger sich Kilometer über die südliche Apennin-Berglandschaft ziehende, meine Arschmuskeln etwas entlastenden Kurven in vielversprechender Piniengesellschaft,  gekommen.
Schweißüberströmt und mit Used- oder noch besser: Wasted-Look verkörpernder Haarfrisur..nein, das kann ich beim besten Willen nicht mehr als Frisur durchgehen lassen, da sich keine einzelne Strähne mehr für eine Himmelsrichtung zu entscheiden scheinen konnte – schob ich meine Füße mit letzter Willensraft vor die Rezeption um daraufhin jegliche Wege zum zugeteilten Zimmer entlang zu pilgern – nur nicht die von der Rezeptionistin beschriebenen.
Mal ehrlich. Ich glaube ich habe die unglaublich unnütze Gabe, gezielt die Richtungen zu vermeiden, welche mir ausführlich erklärt werden. Vielleicht sollte ich ab sofort einfach nur noch entgegengesetzt zu meinem Verstand arbeiten, dann müsste sich meine Negativ-Version der links-rechts, vorne-hinten, oben-unten Geschichte doch irgendwie ausgleichen lassen, oder?

(einfach weil ich sie mag, die Pinien)

Im Zimmer wurde ich von einer Vollblüterin italienischer Gattung, begrüßt, die zwar in leicht schizophrenen Zügen zeitweise vor sich hin schwafelte, über alles und jenes zu schimpfen wusste, ansonsten jedoch ganz nett- und sogar etwas englisch zu sprechen bemächtigt war (Italiener mögen ja vieles können, z.B. Eiscreme herstellen, Pizza backen und im Verkehrsregelnbrechen sind sie ebenfalls Spitzenreiter – 1.Liga wirklich) aber eine Konversation auf Englisch kannste dir von vorne herein abschminken. Frag da mal nach dem Weg, denen ist egal, ob du auch nur ein einziges von ihnen an dich gerichtetes Wort verstehst – nein, sie überschütten dich mit einem Wortschwall aus italienischer Sülze, schmeißen energische Handbewegungen auf deinen Berg aus Planlosigkeit und falls dann dein Repertoire an Verwirrung noch ein kleines freies Plätzchen aufweisen sollte, geben sie dir mit einer Mischung aus bis zur Unkenntnis misshandelten Stadtnamen, „si si“s,  „no no“s, „allora“s und durch die herrlich idyllisch verstaubte Stadluft fliegende Gliedmaßen von Händen und Füßen, den Gnandenschuss.

(Jugendherberge in Marina di Masse, Italien)

Den Tag darauf traf ich in der, einer Villa gleichenden Jugendherberge, zwei deutsche Backpackerinnen und zwei holländische Reisende an (die Frage, ob man in Holland dauerstoned sei, beantworteten beide mit einem Nein – wieder was dazu gelernt), mit denen ich einerseits mein seit der Schulzeit etwas eingerostetes Englisch auffrischen- und andererseits den Mittag und Abend in einer Gesellschaft verbringen konnte, die nicht mit temperamentgeladenen italienisch sprachigen Salven auf mich zielte, in der Hoffnung, mein Sprachverständnis könne sich dadurch wie durch ein Wunder erweitern und ich, der italientischen Sprache mächtig werden.

(Sonnenaufgang am Hafen)

Was gibt´s noch zu erwähnen? Momentan werde ich von einer Horde, am Strand ihre kindliche Unschuld in knallhartem Kinderbier ertränkenden Minderjähriger wach gehalten, während ich selbst als rotierende Bazillenschleuder in meinem Bett liege und wie ein Rasensprenkler meine Keime in alle erdenklichen Richtungen hustete, soll ja schließlich keiner später behaupten können, er sei zu kurz kommen. Ich hoffe, dass der Großteil des Zimmers Ohrenstöpsel benutzt. Gute Nacht!

Buchtipp: "Sind wir schon da?" von Clemens Haipl
Hat inhaltstechnisch eine etwas einschläfernde Nebenwirkung mit der Zeit, ist aber auf eine ungewohnt unbefangene, geniale Art geschrieben.

PacoVolume - Wolves


Figino, Schweiz 31.7.12

Ursprünglich hatte das Motto meiner 7-tägigen Tour wie folgend heißen sollen: „Wenn man nicht weiß wohin man fährt, kann man sich auch nicht verfahren.“ Da ich nun inzwischen allerdings doch noch in die Puschen gekommen bin und ein paar Jugendherbergen mit meiner baldigen Ankunft gedroht hatte, musste ich ein neues Motto auftreiben und welches würde sich da besser eignen, als das naiv-optimistische Ebenbild meiner selbst: „Ohne Orientierungssinn bekommt man mehr zu sehen.“ (Gelesen, für gut befunden, geklaut).

Mit der Planung ist es doch wie mit den Gesetzen –  dafür da, dass man sich in aller Inkonsequenz nicht daran hält. Um spätestens 8.°°Uhr morgens war vorgesehen, dass ich mich auf meinen – zu dem Zeitpunkt noch bequemen - Sattel setze und gen Süden von Dannen rolle.. Eine geschlagene Stunde später war genannter Vorsatz hinüber. Nachdem ich kurzfristig und grummelnd im Frühaufsteherladen um die Ecke eine neue Speicherkarte – welcher  ich am Vortag herrlicherweise scheinbar das Leben ausgehaucht hatte, wie auch immer das passieren konnte -  für meine Kamera ergattert und mein Nachbar seine männlichen Vorteile zum Einsatz gebracht- und mit Leibeskräften an den Befestigungsschnüren meiner Gepäckrolle Krafttraining ausgeübt hatte, war endlich, wenn auch etwas verspätet, der Moment gekommen in dem ich meinen rechten Fuß (im Schwabenland heißt das Fuß, nicht Bein!) über die zum Glück tiefer gelegte Sitzbank schwang, den dezent eingerosteten- und durch gewaltvolles Herumstochern in der Zündung, etwas von seiner Ursprungsform abweichenden Schlüssel im Schloss rotieren ließ und ich durch die idiotensichere Betätigung eines Druckknopfes meinen heißgeliebten Viertakter-Bass hervor zauberte.

 
(kleiner Abstecher auf den Splügen Pass, Schweiz)


Ein alles in allem sehr gelungenen Tag, der unter anderem an der Viamala-Schlucht vorbei, den Splügen-Pass rauf und runter und das Selbe beim San Bernardino-Pass (weil man einfach nicht genug davon bekommt) geführt hatte. Auf letzterem wurde ich von einem Rudel Gleichgesinnter angequatscht, was damit endete, dass ich mich ihnen für die Abfahrt anschloss (endlich jemand der mich dazu zwang, mein übliches durch-die-Kehren-kriech-Muster zu beerdigen und von meiner inzwischen offenen PS-Zahl Gebrauch zu machen) und sogar das verlockende Angebot bekam, mich in ihrem gemieteten Ferienhaus (mit Pool! Wie sie immer wieder zu betonen wussten…aber für was denn bitte dieses künstliche Chlorgebräu, wenn 500m weiter abwärts, der Lago Maggiore vor sich hintümpelt?) einzuquartieren um ihre Männergespräche bei Bier und Grillgut etwas durch meinen niveaulosen Frauentratsch aufzuwerten. Okay, das mit dem Frauentratsch entspricht nicht allzusehr der Realität. Würde mein Stimmorgan eine Oktave tiefer ausfallen, könnte man bezüglich meiner wohl gewählten und stets unverwerflichen (hust) Gesprächsthemen glatt darauf schließen, einen Mann vor sich zu haben, der die Bedeutung des Wortes „Niveau“ bisher lediglich mit dem blau-weißen Deckel der Niveacréme verbunden hat.
Naja kurzum, die Kontaktdaten sind ausgetauscht und für die nächste südliche Tour bin ich hoffentlich schon fest als weiblicher (eben mehr oder weniger) Teil ihres Rudels, eingeplant.

(Lunchtime auf dem San Bernardino Pass)


6 ½ Stunden hatte mein Hinterteil auf meinem rollenden Untersatz still zu sitzen, bis das erste Ziel erreicht war (allerdings mehr durch Zufall als durch meine Fachkompetenz bezüglich der Thematik „Wie lese und verstehe ich eine Landkarte?“). Nachdem ich etwas planlos in der inzwischen sengenden Hitze (das Stichwort „Lederkombi“ sagt dazu alles) umhergeirrt war, nach dem Zufallsprinzip ein paar Mal links- und ein andere paar Male rechts abgebogen war, stand ich völlig unvermittelt plötzlich vor einem Ortsschild, welches mir mein heiß ersehntes Ziel „Figino“ verhieß. Eingecheckt, aus der vor Schweiß nahezu triefenden Moped-Kombi gekrochen, Badedress an – und ab zum Luganer See!

 (Luganersee in Figino, Schweiz)

Punkreas - Sosta


Montag, 30. Juli 2012

so, erstmal ne Runde Schlafen...

...und dann ab ins Bett.

Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt hübsche 30°C, der Urlaub steht erwartungsvoll in der Zimmertüre, mein Kopf brummt, ich lieg im Bett.
Morgen früh ist´s soweit - ich bin weg! Nur leider fühlt mein lebloser Körper sich alles andere als dazu im Stande, die 2-seitige TO DO- und Packliste abzuarbeiten, die ich feinsäuberlich vor drei Stunden auf das umweltfreundliche - ich bitte um Applaus! - Recyclepapier geschmiert habe. Mit Antibiotikum und Erkältungsmitteln vollgepumpt bis oben hin, denkt es sich nunmal eher suboptimal und da seit mehreren Tagen nun schon Bleigewichte an meinen Extremitäten zu hängen scheinen, gestaltet sich mein motorischer Einsatz zur Vorbereitung der mir bevorstehenden Tage auch nicht gerade zuckerwatteleicht. 
Der sich neben mir häufende, kunstvoll errichtete Mt. Everest aus zugeschnieften Tempotaschentüchern, verbrauchten Medikamentenschachteln und halbvollen, inzwischen kalt gewordenen Salbeiteetassen guckt mich seit geraumer Zeit hämisch grinsend vom Fußboden aus an - gierig darauf wartend, mit neuen bazillenüberfluteten Taschentüchern gefüttert zu werden.
Wo sind meine scheiß Elfen, die über Nacht mit buntem Glitzerstaub, schwebend in mein Zimmer einbrechen -für was hab ich denn sonst das Fliegengitter abgerissen?- und während ich mich schlummernd in meinem Bettlein herumschmeiße (ja ich habe momentan einen etwas unruhigen Schlaf) alle nach Erledigung schreienden Dinge bis zum nächsten Morgen für mich erledigen? Wie, "von Nichts kommt Nichts!"? Ich will jetzt meine Elfen haben! Sofort! ...bitte?

und übrigens:
Wie schön ist es doch nichts zu tun
und dann vom nichts tun, auszuruhn`.


Ludovico Einaudi - Nightbook

Sonntag, 22. Juli 2012

Das Glück verlässt dich nicht..

..es macht nur manchmal eine Pause.

Ja, so schnell kann´s gehn, dass Träume zerplatzen. 
Eigentlich war ich mir sicher, dass dieser eine bestehen bleiben würde, eben zur Erfüllung seiner selbst bestimmt. Zu sicher? Vielleicht hätte ich mir schon von vorne herein ein kleines Hintertürchen überlegen - einen Plan B zurecht legen und bereit stellen sollen. Aber ich will doch nur diesen einen Traum! Ist es kindisch, wenn ich krampfhaft an diesem festhalte? Oder ein Zeichen von Zielstrebigkeit? So schnell gebe ich jedenfalls nicht auf, so schnell wird man mich nicht los! Wenn´s schon auf die höflich, distanzierte allerwelt Art nicht funktionieren soll, gut dann werden eben andere Geschütze aufgefahren.. mit dem Kopf durch die Wand und schreiend gegen den Rest. Nicht dass ich etwa aufdringlich wirken möchte, aber der Traum hat sich nunmal bereits in meinem Kopf festgenagt und ohne Gewalt bekommt den da keiner so schnell wieder heraus (und der ist dazu verdammt tageslichtscheu!). Manchmal ist diese alltäglich spießige Höflichkeit eben nicht alles und es muss Platz gemacht werden für Neues. Was habe ich nun schon noch zu verlieren?
Man bediene sich einer großen Portion Dreistigkeit, nehme zwei Hände voll Charmé und packe die eigene Sturheit in diese Masse hinein. Nun das ganze hübsch in Worten formuliert und täddää!, bist du dank Optimismus und Durchsetzungs-Kondition (gibt es dieses Wort?) wieder ein kleines Stück nach vorne gerutscht. 
Ist es nicht das, was die Gegenseite von einem sehen möchte? Dass DU alles für die Erfüllung deines Traumes tust, anders bist, Frische in ihr ansonsten doch wahrscheinlich sehr langweiliges Wortgeschwafel bringst? "Hey Hallo ich bin hier! Ich bin dein Mann! Zwar bin ich dann biologisch gesehen doch eher weiblicher Gattung aber meine Eier sind mindestens so groß wie Deine! Mich brauchst du, ja genau mich! Also gib mir die Chance, ich kann das, lass mich dich nur überzeugen, ..bitte :-)

Ein Traum ist ein Prozess, der sich in das Ziel verrannt hat, erfüllt zu werden. Wir dürfen ihn nur nicht los lassen, bis es soweit ist. Stell dir deinen Traum als einen Luftballon vor, der an einer dünnen Schnur, die um dein Handgelenk gewickelt ist, in der Luft umherwirbelt. Wenn dein Leben dir eine Mauer in den Weg knallt, kannst du zwar nicht stur gerade aus durch diese mit ihm hindurch schreiten, aber sehr wohl kannst du zusammen mit ihm auf die über- und aneinanderbetonierten Wackersteine klettern, auf der gegenüberliegenden Seite hinunter springen und weiter mit ihm deinen angepeilten Weg verfolgen.
Wenn es dein Traum ist, dann ist es dein Traum, Punkt! Es ist ganz allein deiner, von dir persönlich auserwählt und keiner hat das Recht, dir diesen zu verbieten, ganz gleich wie sinnfrei, bescheuert und unnachvollziehbar dieser auch wirken mag - er gehört DIR, mach was draus!

und übrigens:
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!
(alter Spruch aber einfach wahr)


5Bugs - We stop at nothing

Samstag, 21. Juli 2012

Ich zu-Tode-langweil mich hier so rum..

..und erfreue mich an dem beschissenen Weltuntergang-Wetter vor meinem Fenster.


Augenschlag abwärts, Augenschlag aufwärts –
grelles Licht, sengende Hitze, stickige Luft, gefühlte 40°C im Schatten.

Augenschlag abwärts, Augenschlag aufwärts –
bedrohliche Finsternis, kühl-streifende Windzüge, sich im Wind wiegende Bäume; die aufziehenden Wolken lassen ihre dunklen Schatten über die Straßen fliehen bis ein ohrenbetäubendes Donnern die gespannte Stille zerreißt.

Ein weiterer Augenaufschlag –
und über die Welt legt sich ein Vorhang aus Regentropfen. Am Boden zerschellend bilden sie zusammen ein Heer aus Rinnsälen und reißen alles mit sich, was sich ihnen auf ihrem Feldzug in den Weg wirft.
Braune Sturzbäche jagen die ausgedorrten, trockenen Felder hinab, den bereits übersprudelnden Gräben entgegen.
Was sich bis jetzt noch nicht in Sicherheit gebracht hat, wird gnadenlos zum Teil der Masse und händeringend in dem gewaltigen Abbild der Natur, fortgetragen.

Und so plötzlich wie dieses Schauspiel in die Bildfläche getanzt war, hatte es sich wieder verzogen.
Es war still. Nur noch Ich und der Regen, der unaufhaltsam auf meine glühend heiße Stirn tropfte, sich seinen Weg durch meine Klamotten bahnte, welche sich schon nach kurzer Zeit wie Latex, pornös an meine Haut schmiegten und dort ein unangenehmes Gefühl der Kälte aufkommen ließen. Ich zog mir die Kapuze meines Pullovers tiefer über mein Gesicht und lief weiter. Ich habe mein eigenes Dach, was sollte ich mir also noch weiter Gedanken über das Wetter machen? Wer schon einmal Opfer einer Lungenentzündung wurde, weiß, dass diese zwar schmerzhaft ist, jedoch auch wieder vorüber geht. (meistens zumindest)
Das leuchtende Rot der Ampel spiegelte sich auf den regennassen Straßen, die die Konturen und Farben, ungefähr wie das Spiegelbild eines Baumes in der Pfütze durch welche ich eben stolperte, verschwimmen ließen und nun den Anschein erweckte, als würde sich ein purpurner Fluss die Steigung der Straße hinab schlängeln, um dort, irgendwo am Fuße des Hügels, langsam in einem der zahlreichen Kanaldeckeln zu verschwinden, und sich in der Dunkelheit, der Kanalisation aufzulösen. Dort unten in den scheinbar endlosen Verbindungen aus Abflussrohren, Finsternis, hier und dort einer von Läusen befallenen Kanalratte (hier kommt die Frage auf: bekommen Ratten von  a) Läusen b) Flöhen c) Zecken oder d) nichts von allem, Infektionen, wenn Urin doch eine desinfizierende Wirkung besitzen soll!?) und einer Flüssigkeit, die wohl kaum noch als angenehm riechend bezeichnet werden kann.
Aber was ich hier eigentlich vermitteln will: Es ist verdammt noch mal Sommer und dieser scheiß Regen hört nicht auf damit, ununterbrochen meinen Garten – in welchem ich nun, mich in der Sonne wälzend, liegen könnte - in eine braune Schlammbrühe zu verwandeln! Nichts gegen Schlamm, aber Sommer ist Sommer und der hat gefälligst sonnen- und nicht regenüberflutet zu sein, Klartext?!


 und übrigens:
...und von drinnen betrachtet
ist der Sturm nur ein paar Tropfen aneinander gereiht...
(Frittenbude - Einfach nicht leicht)


Jimi Hendrix - Rainy day, dream away



Donnerstag, 19. Juli 2012

Wo andere noch stolpern...

...lieg ich schon auf der Schnauze.

Woher meine vielen Narben stammen? Riskiere einen kurzen Blick in mein Zuhause, trau dich ein paar wenige Schritte vorwärts und du wirst merken woher.
Nicht dass ich etwa Folterinstrumente aus dem Mittelalter hätte mitgehen lassen, weil diese sich teilweise ja ganz praktisch in die Küche zur Verarbeitung von Fleisch und Gemüse integrieren lassen würden, ein ganzes Waffen Arsenal im Anbau wäre wohl von der Straße aus zu sichtbar gewesen und auch ein eingebauter SM-Keller wäre mir doch eher neu gewesen... Falsch, es sind die heimtückischen Ecken und Enden der stets auf mich lauernden Haushaltsgegenstände, Möbelierungen und natürlich der scheinbar harmlosen Wände (die rücken nicht aus purer Libesbedürftigkeit immer näher!).

Beweis: 
Minute 1.00 - 1.15 und 7.50 - 8.00

Warum stehen Stühle und Tische immer akkurat dort wo ich gehen möchte? Die Dinger schmeißen sich mir förmlich in den Weg, das kann doch kein Zufall sein.. oder strahle ich gar das dringende Bedürfnis aus, gegen mit Ecken und Kanten geschmückte Gegenstände zu laufen? So Just for Fun? Naja tut mir leid, euch enttäuschen zu müssen - aber ...: Nein! 
Und weil es scheinbar nicht genug ist, wenn sich plötzlich ein Schrank provokant vor mir aufbäumt und mir seinen Inhalt entgegenschleudern will oder sich eine Wirbellose Mikrowelle um mein hilfloses Fußgelenk schlängelt um sich dann ruckartig von mir aus der Ankerung reißen- und durch die halbe Wohnung schleifen zu lassen, werfen sich auch noch die sich wöchentlich, zahlreich versammelnden Flaschen auf meinem Schreibtisch in Lemming-ähnlichem Verhalten, in einem Akt des waagemutigen Suizides die Kante hinab richtung Fußboden, der unter seiner Teppichverkleidung höchstwarscheinlich schon eigene Wasser,- Kaffee,-Bier,- und sonstige Spirituosenspeicher unterirdisch angelegt hat, sodass man eigentlich nur noch mit einem -mit einer leicht über dem Durchschnitt seiner normalen Festigkeit liegenden- Röhrchen die dünne Bodenschicht durchzustoßen bräuchte, um daraufhin genüsslich wieder in den Geschmack, längst verloren geglaubter hochwertiger Getränke zu kommen.
Wo wir schon beim Schreibtisch sind, ich bin ja generell pro "Mut zum anders sein" aber wenn beim nur leichtesten Zug an der Schublade einem schon der Griff in der Hand hängen bleibt (so übertrieben schweißüberströmt sind meine Hände dann doch nicht), die Schublade den Abflug eine Etage tiefer beginnt, die darüberliegende Schublade aus der für sie vorgesehenen Ankerung bricht und sich ebenfalls in die Tiefe stürzt, der Boden der dritten Schublade sich selbständig macht und sich mit all dem jahrelang feinsäuberlich darauf angesammelten Sperrmüll auf nimmerwiedersehen in einer sich zusammenbrauenden, vor mir auftuenden schwarzen Staubwolke im Rückwärtsgang in einem Labyrinth von Spinnenweben, herausgebrochenen Schrauben und Fotos aus dem wohl 18.Jahrhundert, verabschiedet..ja, dann beginne ich doch leicht an meiner Einstellung zum Anders sein in Bezug auf meine Möbelierung, zu zweifeln.

Aber um auf das ursprüngliche Thema zurück zu greifen - ich persönlich halte Narben für Spuren und Beweismittel dafür, wirklich gelebt zu haben. Die Zeit zeichnet sich nunmal nicht nur durch Falten und sich vereinzelt zur einst so gewohnt, fülligen Haarpracht hinzu schleichende weiß-gräulich schimmernde Haare am Körper eines Menschen ab. Dass viele meiner "Lebensspuren" durch mein dezent grobmotorisches Verhalten innerhalb meiner 4-Wände stammen, kann ich nicht verleugen (immerhin passieren laut einer Statistik 61% aller gesamten Unfälle im Haushalt und beim Heimwerken). Die Restlichen stammen größtenteils aus meinem etwas risikoreichen (aber stets risikobewussten) Lebensstil, durch welchen ich erst diese positive Einstellung gegenüber meiner wohl nicht unbedingt gerade für Weiblichkeit stehenden, von der Zeit geprägten Überbleibsel verheilter, aber doch aufgrund des wachsenden Erfahrungswertes lohnenswerter Wunden, gekommen bin.

Tja, Korczak wusste eben schon damals, im ersten seiner drei für´s Kind geforderten Grundrechte, worum es geht. (Da vielleicht noch nicht jeder von diesem Typen gehört hat, führ ich das mal ein bisschen näher aus.)
Das erste Recht formuliert Janusz Korczak als „Das Recht des Kindes auf seinen eigenen
Tod“. Damit setzt er das Recht auf Tod mit dem Recht auf Risiko gleich, da jedes Risiko den
Tod zur Folge haben könnte. Doch ohne Risiko können die Kinder keine eigenen
Erfahrungen machen und folglich nichts daraus lernen. Erziehung darf damit nicht allen
Wagnissen vorbeugen. Korczak betont, „aus Furcht, der Tod könnte uns das Kind entreißen,
entziehen wir es dem Leben; um seinen Tod zu verhindern, lassen wir es nicht richtig
leben.“. Um Selbstbestimmung und Selbstständigkeit zu fördern, fordert Janusz Korczak in
diesem Recht, den Kindern Möglichkeiten zur Selbstentdeckung, Willensausübung und –ausbildung sowie Freiheit und Erfahrungsmöglichkeiten zu geben.

(Achtung lieber Herr Überwachungsstaat, dieser Text ist -höchstwahrscheinlich alles andere als legal- aus dem Internetskript >>Auf den Spuren von Janusz Korczak und seiner Pädagogik<< durch meine Hand entwendet worden;-)

und übrigens:
Junge, Junge, die Wände schmelzen schon wieder...was war denn in dem Kaffee ?

(inzwischen hat sich die mittlere Schublade komplett verabschiedet..)

Farin Urlaub - Dusche

Mittwoch, 18. Juli 2012

Wer mit beiden Beinen auf dem Boden steht...

...kommt auch nicht gerade vorwärts.

BÄM in your face, bitch! 
Da hat mir die Sau von 3-stündiger Motorradfahrt doch glatt einen Knockout der Superlative verpasst. Nicht dass es keine feine Sache wäre, eine geschlagene Woche lang durchgehend und pausenlos im Bett liegend zu verbringen und im eigenen Saft dahin zu vegetieren - aber wenn man weder essen noch trinken kann, weil der eigene Hals meint, gegen einen rebellieren zu müssen, dann gestaltet sich der Inhalt dieser Woche doch etwas langweilig und monoton mit der Zeit.
Das einzigst aufregende bildet hierbei noch das alle 2 Stunden wiederkehrende Ritual des Fenster auf- und Fenster zu Machens (aufgrund meines freudig-schwankenden Kälte-Wärme-Empfindens) des damit verbundenen hechtsprungartigen unter die Decke Fliehens und des darauf folgenden stereotypen Fußgewackels, um mich wieder in den - nach diesen schrecklich anstrengenden Strapazen - erholsamen Schlaf zu wackeln.
Einfacher wäre es wohl gewesen, den seit Jahren von der Omma geliehenen Schal unter die mich ohnehin bereits liebevoll würgende Motorradjacke zu quetschen..aber wer will schon einfach?.. Die negative Auswirkung von 200 km/h habe ich - wenn ich nun das schmerzhafte Innenleben meines Halses zu Betracht ziehe - hinsichtlich der positiven Euphorie, die mir der nackenverkrampfende Fahrtwind bescherte, welcher dazu schon mehreren tausenden Fliegen und sonstigen sich in meiner Fahrtbahn befindenden Brummern, den unschönen aber immerhin schnellen Tod an meinem Helmvisier brachte, ein weiteres Mal gekonnt ausgeblendet.
Selbst schuld - ich weiß! Aber für den ab dem ersten viertel der Strecke einsetzenden (in jeder anderen Situation erfrischend wirkenden - sich auf der Autobahn mit 200 Sachen jedoch eher als dezent ungünstig herausstellenden) Löschschlauchartigen Platzregen, kann ich doch wohl nicht - aufgrund des Grilltellers, dessen ich am Vortag nicht mehr in der Lage war, vollständig in den unermesslichen Tiefen meines Verdauungsapparates zu versenken - auch noch als Schuldtragende herangezogen werden, oder? Habt Mitleid! In diesen Schlund hatte an selbigem Abend noch eine ungeheure Menge an Bier hinein zu passen. (Wobei eine geringere Menge hinsichtlich der nur noch vage vorhandenen, spärlichen Erinnerungen des Ausganges auch nicht hätte schaden können.)
Versteht mich nicht falsch, aber wenn der liebe Pegel meint, dir mit exakter Präzision die schönsten Augenblicke in schwarze Löcher verbannen- und zu Gedächtnislücken verwandeln zu müssen, dann ist das doch leicht ärgerlich. 
Aber wozu der Verdruss? Immerhin habe ich nun genau eine ärztlich verschriebene und vom Arbeitgeber zugesprochene Woche, in welcher ich mich entsinnen zu versuchen - und mich auf die Suche meiner in Alkohol ertränkten Glücksmomente begeben - kann, während ich mich mit hochprozentigen Arztneimitteln und Antibiotikum zudröhne. Prost!

und übrigens:
Warum winken Harley Fahrer nie zurück?:
1. Mit dem dicken Leder und den Nieten kriegt er den Arm nicht hoch.
2. Er hat Angst, dass der Lenker abvibriert, wenn er loslässt.
3. Er ist stinkig, weil ein Fremder seiner Sozia zuwinkt.
4. Er würde gern dem knackigen Fahrer zurückwinken, aber seine Sozia hält ihn am Arm fest.
 5. Der allgemeine Harleyfahrer ist so langsam unterwegs, dass er, wenn er den linken Arm ausstreckte, das Gleichgewicht verlöre und umkippen würde.
6. Er braucht ne Ewigkeit um nacher wegen der Vibrationen den Griff wieder zu finden.
7. Er grüßt prinzipiell keine Fahrer, die ihr Motorrad schon voll bezahlt haben.
 8. Harleyfahrer grüssen sich untereinander nicht, da man sich ja schon morgens in der Werkstatt zur Reparatur gesehen hat.
9. Er hat wegen der Vibrationen einen Klettverschluss zwischen Lenkergriff und Handschuh.


Lyric:
Rotalarm

Strophe1:
Mitternacht heißt 5.00 am Morgen
Partys feiern bis es kracht
Keine Zeit für späte Sorgen
rotes Feuer ist entfacht
Versuch die Menge nicht zu stoppen
Im Wahnsinn wirst du untergehn
heiße Stimmung - nicht  zu toppen
Bis jeder beginnt durchzudrehn

Refrain:
Wer aufgibt der geht
Was übrig bleibt ist ein Rest
Der bis zum bitteren Ende steht
Sich von niemandem vertreiben lässt
Was auch immer sich anbahnt
Die Meute hält Stand
Die meisten Verweise abgesahnt
Beweise werden verbrannt

Strophe2:
Wohin man auf dem Campus schaut
Der Pegel ist auf Rotalarm
Den Nachbarn ist es zu laut
Ein Wechsel zwischen heiß, kalt, warm
Vorbei, die Regel der Nachtruhe
Keiner hält sich noch daran
auf den Tresen ohne Schuhe
Aufdrehn, abgehn, ohne Plan

Refrain:
Wer aufgibt der geht
Was übrig bleibt ist ein Rest
Der bis zum bitteren Ende steht
Sich von niemandem vertreiben lässt
Was auch immer sich anbahnt
Die Meute hält Stand
Die meisten Verweise abgesahnt
Beweise werden verbrannt

Bridge:
Rotalarm – wenn die Musik angeht
Sobald die Tanzfläche vollgestopft  ist
Rotalarm – wenn niemand mehr fehlt
Man alles um sich herum vergisst.
Rotalarm – den Grund zum Feiern
Ist völlig irrelevant also fragt nicht
Rotalarm – Das Motto bleibt:
Der Campus wie der Pegel – dicht

Refrain:
Wer aufgibt der geht
Was übrig bleibt ist ein Rest
Der bis zum bitteren Ende steht
Sich von niemandem vertreiben lässt
Was auch immer sich anbahnt
Die Meute hält Stand
Die meisten Verweise abgesahnt
Beweise werden verbrannt

Großstadtgeflüster - Ich muss gar nichts 

Freitag, 6. Juli 2012

Einerseits ist alles ganz einfach...

...wenn es nur das Andererseits nicht gäbe.

Was ist einfacher, als sich in einer Arbeit vollkommen zu fühlen? 
So einiges!

Der Mensch ist nunmal keineswegs die Perfektion in Person und besitzt darüber hinaus auch nur 2 Hände und 2 Füße, welche produktiv und effektiv als Hilfswerkzeuge im individuellen Alltagstrott eingesetzt werden können.
Zwar heißt es: "Bis über die Grenzen gefördert, können wir alle mehr als wir denken!" schön und gut, lieber Herr Messner, doch manchmal geht man an genau dieser Türschwelle zur gedachten Unmöglichkeit, verloren. Die zu hoch gesteckten Ziele werden zur Erwartung der Anderen. Es wird zwar weiterhin danach gestrebt, diese Erwartungen erneut zu erfüllen, rutscht dabei jedoch bei jedem neuen Versuch die nächste Stufe richtung genannter Schwelle zu erreichen, drei bereits erklommene Stufen abwärts, bis man irgendwann wieder am Beginn steht, von welchem aus man mit einer großen Portion Anlauf vor einiger Zeit, seinen Illusionen entgegengesprintet war.

Wir sind nunmal keine Maschinen die dazu programmiert wurden, auf Knopfdruck zu funktionieren und bei Betätigung eines Hebels auf eine schnellere Produktivität hochgefahren werden können. Es gibt auch keine Festplatte auf die beliebig viele Wünsche und Aufgaben eingetippt werden dürfen, welche umgehend und ohne weitere Umschweife ausgeführt und umgesetzt werden.

und übrigens:
Genieße es,
Es wird noch schlimmer!


Lyric:
Perfect

Intro:
I´m not perfect
never will be
I won´t pretend as if, you see?

Verse1:
I see what I am
and what you are
what I seem to be
but that´s wrong, so far

don´t curse me
I need my time to understand
don´t judge me if I disagree
it´s hard if everything is unplanned.

Chorus:
Please forgive me
I´m not perfect
not even close - that´s what I do.
Please forgive me
I was born
to be a human - just like you.

Verse2:
Whenn will I leave the loner behind?
whenn will the blurred view change and clear?
what prevents me from being the way I want?
Wanna give my best but inside appears a fear

to set that goal feels so absurd
to fight for a worthy ideal
I cannot reach, I can´t relive
I miss the aim cause I´m flawed

Bridge:
Give me a little ray of hope
suppose, a sense of acceptance
in that uncertainty I don´t want to grope
isn´t it important to give someone a chance?

Give me the certainty
that one finde day
someone helps me
to accept that way

Chorus:
Please forgive me
I´m not perfect
not even close - that´s what I do.
Please forgive me
I was born
to be a human - just like you

Staind - Pardon me

Dienstag, 8. Mai 2012

~Alkohol ist auch keine Lösung...

 ...aber man vergisst zumindest die Frage.

Aufgewacht, es ist 12 Uhr mittags, in meinem Kopf wiederholen sich die Bässe letzter Nacht, was in etwa so angenehm ist wie ein High-Five..mit einem Stuhl..in´s Gesicht. Der obligatorische Vorsatz nach ein, zwei Bier die Bar vorbildlich und gewissenhaft zu verlassen, landete nach dem bereits dritten Bier irgendwo zwischen Ausschanktheke und Toilettenschüssel einer Studentenpary im fünften Stockwerk. Zugegebän, ich füle mich nichd gerade unbetingd intaligenter und auch mein hart antrainierter und gut gepflegter One-Pack hat sich über Nacht nicht wirklich minimiert..aber was nimmt man nicht alles in Kauf, um ein paar wenige (oder mehr?) (eher mehr!) Stunden, sich zwischen denen aus Zombieland ähnelnden Menschen mit säuerlich-duftenden Schweißflecken auf der Tanzfläche von einer- in die nächste Ecke herum zu schieben, von Zeit zu Zeit einen Gratisdrink über die Kleidung gekippt zu bekommen, ein paar Hände, welche absolut zufällig und unabsichtlich auf dem Hintern landen, abzuschütteln und schlussendlich mit Händen und Füßen den Heimweg in Angriff zu nehmen und dabei jegliche Straßenlaterne persönlich zu begrüßen - mit dem Gesicht voraus. Welch eine unglaublich- ja gar attraktive Vorstellung!
Nebenbei eine hier aufkommende Frage: Warum ist Alkohol eigentlich keine Entschuldigung? Mal ehrlich, schaut euch beispielsweise Groupies an:
Bis-zur-Ohnmacht-kreischend stellen sie sich vor ihrer vergötterten Band auf, pressen ab und zu ihre Möpse in deren Sichtfeld und schlägern sich haarereißend und nägelkratzend mit anderen Groupies um das Plec des ebenfalls betrunkenen Gitarristen. Oh und nicht zu vergessen: Das niedlich bemalte, herzige "Fick mich!" Pappschild, welches sie das komplette Konzert über hoch halten, so dass sie jeglicher, sich hinter ihnen befindenden Menschenmasse, die Sicht versperren. So etwas darf einfach nicht unter die Kathegorie "nüchtern" fallen! 
Eine Entschuldigung hierfür findet man in einer wunderbaren Neuinterpretation Freuds: Alkohol schwächt das Über-Ich und stärkt das Es! "Also lasst die Regeln, Regeln sein und verfallt euren Trieben und Gelüsten"..oder so ähnlich. Und an diesem Appell ist doch nun wirklich nichts Negatives auszusetzen?

und übrigens:
"So voll wie heute war ich schon seit gestern nicht mehr!"
(Zitat meines Nachbarn)


Lyric:
"What the Hell?!"

 
Verse1:
Every weekend
It´s the same
You wake up and your head lies next to you
What happened there
Yesterday – you have to get a review.

You partied hard
Through the night
Start to search for a small amount of memory
 wanna ask your mind
But your mind - it plays tricks on you – you see

Refrain:
Saturday morning
What the hell goes on
Where´s the money
And the styling gone?

It was the same procedure as every week
now your head plays hide and seek.

Verse2:
Now you turn round
and you´re shocked
who´s the guy in your bed lying by your side
soberly it´s called:
damn! you probably took the night in stride

Then you slowly
realize
it´s not your bed, not your house where you´re lying in
oh what a mess  - but
at least he is not ugly as sin

Refrain:
Saturday morning
What the hell goes on
Where´s the money
And the styling gone?

It was the same procedure as every week
And your head plays hide and seek.

Bridge:
While the hangover says hello
hitting in your head
the liver is hurting,
sick and sad
you swear you´d never again drink some beer
until – next Friday is here

What the Hell?!

Dienstag, 24. April 2012

Es gibt genug Gründe...

...um an das Gute zu glauben.

Es gibt Momente im Leben, in denen ich einfach nur zufrieden bin. In denen der Kopf Sendepause hat und zur selben Zeit der komplette Alltag mit all seinen Bürden die er einem über den Tag verstreut aufbindet, in die hinterste, verstaubteste, mit Spinnenweben verwobenste Ecke des Gehirn-Areals, verbannt wird.
Es gibt Momente, in denen man abrupt stehen bleibt, mitten im Menschengetränge, welches an manchen Tagen erschreckend ähnliche Ausmaße annehmen kann, wie das einer Masseneuphorie der Steinzeit, als mit Fackeln und Holzkeulen noch gemeinsam gröhlend einem Mammut hinterher gerannt wurde, um sich sein Mittagessen zu sichern.
Inmitten all dieser vorbeiströmenden Humankapitalisten hält man inne, an genau der Stelle, an der man schon gestern, vorgestern und seit einem Jahr, jeden Morgen vorbei rennt, um dem Linienbus nachzujagen, der einen Morgen für Morgen in die nette Tante Wirklichkeit hinein rollt. Vor genau dieser Stelle machen die uralten, durchgelatschten Sneakers die an den Füßen kleben halt und lenken die Aufmerksamkeit deines sinnüberfluteten Sehorganes auf etwas, an dem du ebenfalls tagein, tagaus mit dem bemerkenswert antrainierten Tunnelblick vorbei ziehst, ohne jemals einen erwähnenswerten Gedanken daran verschwendet zu haben.
Es tut so verdammt gut, zwischen all den grauen Skulpturen noch etwas anderes zu sehen - und auch wenn es noch so klein und unbedeutsam scheint, es ist ein Zeichen der Mutter Erde, dass sie sich noch nicht volkommen dem schwerlastigen Gewicht des Betons unterworfen hat.
Kraftvoll und entschlossen streckt das kleine Zeichen seine Arme der Sonne entgegen, greift mit seinen grünen Ärmchen nach dem Himmel und umarmt die warme Luft, die sich trotz aller Staubpartikel und Giftstoffen bis zum Boden durchgerungen hat um sich dort, wie ein Film über die Erde zu legen und auf den nächsten warmen Sommerregen zu warten.

und übrigens:
Grüble nicht, was möglich ist und was nicht.
Tu, was du mit deinen Kräften zustande bringst - darauf kommt alles an.
(Leo Tolstoi)


Lyric:
Sonne

Strophe1:
Ist es egal ob der Tag untergeht
Oder egal wenn die Nacht nicht vergeht
Die Welt sich nicht mehr durch´s Universum dreht
Und die Menschheit auf einmal inne hält – still steht

Wenn die Straßen grau und wie leergefegt sind
Verlassene Häuser, ohne Familien, kein Kind
Wenn in Flussbetten statt Wasser der Dreck durchrinnt
Wir wissen, dass eine neue Ära beginnt

Was werden wir tun, wenn alles kalt ist, statt warm
Wenn viel, zu wenig wird und reich, zu arm
Draußen heult statt dem Wind, der Bombenalarm
Und selbst die Blumen verliern´ ihren  letzten Charmé

Refrain:
Wir müssen uns fragen
müssen es wagen
etwas ändern um die Zukunft zu ertragen
der Sonne ist es egal, was die Menschheit macht
sie sieht auf uns herab
und du hörst wie sie lacht

Strophe2:
Ein Schnitt durch die Zeit, zurückspuln´is nicht drin
Was hier fehlt ist ein Reset, ein Neubeginn
Du schaust nach Oben, fragst nach dem Sinn
Und von Oben kommt die Antwort: „worin?“

Wir müssen für unsere Fehler gerade stehn
Und aufhören, bei Schwierigkeiten weg zu sehn
Wir müssen einen Weg finden, es zu verstehn
Noch bevor alle anfangen durchzudrehn

Was gestern die Lösung war, ist heute schon schlecht
Was damals noch Mord war, nennt man ab jetzt Recht
Wo früher mal Einheit war, lebt das Gefecht
Und wir - Wir legen uns die Ausreden zurecht

Bridge:
Wo bleibt die Antwort, ich seh nur Fragen
Wo bleibt die Lösung für das Problem
Seit wann hält man ein, was andere sagen
Wann kommt der Schlachtplan, wann das System
Wer bringt die Ordnung in unser Chaos
Wer nimmt seinen Teil der Schuld auf sich
Wie geht es weiter, absolut planlos
Wie sieht es aus, das jüngste Gericht?

Refrain:
Wir müssen uns fragen
müssen es wagen
etwas ändern um die Zukunft zu ertragen
der Sonne ist es egal, was die Menschheit macht
sie sieht auf uns herab
und du hörst wie sie lacht

Dreadnut - Positivamente